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Flugzeugträger USS „Intrepid“

Ein Besuch im Intrepid Sea Air Space-Museum


Wo sonst als im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ kann man so viele militärgeschichtliche Museen und Exponate besichtigen wie in den USA? Nachdem ich zuletzt den Militärstützpunkt Portsmouth in Südengland besichtigt hatte (siehe „ModellWerft“ 2/2000), machte ich mich im Sommer 2000 mit großen Erwartungen in Richtung Amerika auf den Weg. Mein erstes Ziel war USS „Intrepid CVS-11“, die, seit 1982 für die Öffentlichkeit zugänglich, auf dem Hudson River in New York liegt. Als ein Teil des Intrepid Sea Air Space-Museums ist die „Intrepid“ neben dem U-Boot USS „Growler SSG-577“ und dem Zerstörer USS „Edson DD-946“ unangefochten der Star des Museums. Die phantastische Lage des Museums direkt vor den Häuserschluchten Manhattans macht seinen Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis. Nach einem Ausflug in die Einsatzgeschichte des Trägers begleiten meine Bilder mit an Bord eines Schiffes, das ein Teil der amerikanischen Marinehistorie ist.

 

Im Träger wartet eine Ausstellung auf den Besucher.
Träger der Essex-Klasse

Mit dem Kriegseintritt der USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 breitete sich der Zweite Weltkrieg auf ein Seegebiet von immenser Größe aus. Um bei diesen großen Entfernungen erfolgreich operieren zu können, war Amerika dazu gezwungen, neben dem Bau anderer Schiffe ein riesiges Trägerbauprogramm zu starten bzw. schon begonnene Flugzeugträger möglichst schnell in Dienst zu stellen. Die Essex-Klasse, von der über 30 Stück geplant, dann aber kriegsbedingt nur 24 fertiggestellt wurden, stellte eine verbesserte Yorktown-Klasse dar. Die ursprüngliche Bezeichnung nach ihrem Stapellauf 1943 lautete „CV-11“, sie war damals als Flottenflugzeugträger eingesetzt. Anfang der Fünfzigerjahre wurden die Träger der Essex-Klasse dann in Angriffsträger umdeklariert und bekamen die Bezeichnung „CVA“ (Carrier Vessel Attack). Die „Intrepid“ (frei übersetzt „Unerschrocken“) wurde zuletzt als „CVS-11“ geführt; das S stand für ASW, was wiederum für Anti-Submarine-Warfare stand. Daher signalisierte die ganze Bezeichnung, dass dieses Schiff am Ende seiner Laufbahn als Flugzeugträger zur U-Boot-Bekämpfung eingesetzt war. Mit einer Länge von über 274 m und einer Verdrängung von 40.000 t zählte die „Intrepid“ zu ihrer Zeit schon zu den ganz dicken Brocken. So musste sie als Flottenträger, wie auch viele ihrer Schwesterschiffe, die Hauptlast in den Kämpfen im Pazifik tragen. An folgenden Gefechten war die „Intrepid“ maßgeblich beteiligt:

  • 29. Januar – 6. Februar 1944: Landung auf „Saidor“(Neu-Guinea), bei der die Flugzeuge der „Intrepid“ zusammen mit denen der Träger „Enterprise“, „Yorktown“, „Essex“, „Bunker Hill“ und „Saratoga“ mit insgesamt über 700 Flugzeugen im Verband und unter Mitwirkung von mehreren großen Schlachtschiffen wie der „Iowa“ und der „New Jersey“ die Landungsoperation unterstützten.
  • 17.–18. Februar 1944: Angriff auf den japanischen Großstützpunkt im Truk-Atoll, bei dem die „Intrepid“ einen Torpedotreffer durch einen Torpedoflieger hinnehmen musste.
  • 23.–25. Oktober 1944: In der größten Seeschlacht aller Zeiten im „Golf von Leyte“ standen sich insgesamt 140.000 Amerikaner und 43.000 Japaner auf einer Vielzahl von Kriegsschiffen gegenüber. Auch hier musste die „Intrepid“ einen harten Einsatz durchstehen. Einen Monat später, am 25. November 1944, wurde der Träger durch anfliegende Kamikaze (japanische Opferflieger) schwer beschädigt und fiel mehrere Monate aus. Bei dem Angriff starben 97 Mann der Besatzung.
  • 18.–19. März 1945: Beim Angriff auf Flugplätze und Flottenbasen auf den japanischen Inseln wurde die „Intrepid“ durch einen Gegenangriff der 5. japanischen Luftflotte leicht beschädigt.
  • 6.–7. April 1945: Bei einer Kamikaze-Offensive vor Okinawa, an der annähernd 2.000 japanische Opferflieger beteiligt waren, wurde die „Intrepid“ erneut erheblich beschädigt.
  • Die Zeit nach dem Krieg

Nach den mörderischen Einsätzen des Zweiten Weltkrieges wurde die Welt leider nicht friedlicher, die politische Lage wurde erneut kritisch, so dass das Wettrüsten weiteren Höhepunkten entgegenging. Die USA beschlossen, ihre Trägerflotte zu modernisieren. Bei diesen Maßnahmen bekamen die Träger der Essex-Klasse unter anderem ein Winkeldeck eingebaut, um sie für den Einsatz von strahlgetriebenen Flugzeugen tauglich zu machen. In den 60er-Jahren wurde die „Intrepid“ der amerikanischen Weltraumbehörde NASA unterstellt, um die im Meer niedergehenden Mercury- und Gemini-Kapseln zu orten und zu bergen. Bevor sie 1974 außer Dienst gestellt wurde, tat sie ihre letzten Jahre als Anti-U-Boot-Träger Dienst.
 

Nicht gerade klein, die „Intrepid“.

 

Manhattan ist nicht weit.


An Bord der „Intrepid“

Für militärhistorisch Interessierte ist ein Besuch auf der „Intrepid“ fast schon ein Muss. Direkt neben dem Flugzeugträger liegt die USS „Growler“, ein Flugkörper-U-Boot mit einer Länge von 96 m. Daneben ist der Zerstörer USS „Edson“ mit einer Länge von 127 m zu sehen. Alle drei Schiffe können innen und außen besichtigt werden, wobei im riesigen Hangar des Flugzeugträgers noch viele technische Errungenschaften aus der Luft- und Raumfahrt sowie Schiffsmodelle zu sehen sind. Ein wenig enttäuscht hat mich nur, dass man die Maschinenräume des Trägers nicht einsehen kann. Schade! Wettgemacht hat dieses Manko aber wieder der Ausblick vom Empire State Building, das nicht allzu weit entfernt von der „Intrepid“ steht und von dem man einen phantastischen Ausblick über das Häusermeer von New York hat.

Kontakte

Wer sich ein wenig über die „Intrepid“ informieren möchte und Internetzugang hat, der sollte auf folgender Webseite vorbeischauen: www.intrepidmuseum.org.
Die Anschrift des Museums lautet:
86 North River Pier
West 46th Street & 12th Avenue
New York, NY 10036-1012