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Das Marinemuseum in Wilhelmshaven

Der Minensucher M 1077 Weilheim begrüßt von weitem die Anreisenden. Fast verdeckt er den Rest des Museums.eit einigen Jahren ist Wilhelmshaven, die traditionsreiche Marinestadt am Jadebusen, um eine Attraktion reicher. Da die Bundesmarine seit Anfang der Neunzigerjahre so manche Einheit außer Dienst stellte, wurde auch Material für ein Marinemuseum frei, welches 1998 in den Räumen der „Scheibenhofwerkstatt“ von 1888 seine Pforten öffnete. Nachdem der Besucher seinen nicht unerheblichen Obolus an der Kasse entrichtet hat, betritt er diverse Räumlichkeiten, die sich dem Thema Marine in Deutschland aus verschiedenen Richtungen nähern. So wird der Einsatz der kaiserlichen Marine in den ehemaligen Kolonien ausführlich und anschaulich dargestellt, an anderer Stelle erhält der wissbegierige Besucher Informationen über die Gründer und Förderer der Flotten Deutschlands. Ein wichtiges Kapitel bildet auch die Geschichte der anderen deutsche Marine, der „Volksmarine“ der DDR, und ihrer Eingliederung 1990 in die Bundesmarine.

Das U-Boot U 9 kann komplett begangen werden und wartet darauf, entdeckt zu werden.Eine große Zahl an Modellen dokumentiert den Aufbau und die Aufgaben der verschiedenen Marinen, die Qualität der Modelle ist allerdings recht verschieden. Neben einigen qualitativ hochwertigen Exponaten fallen auch solche auf, die besser nicht in den Vitrinen untergebracht worden wären, aber es besuchen ja nicht nur Modellbauexperten dieses Museum. Optisch betrachtet, sind die Exponate im Freien ohnehin bedeutend interessanter, allein schon ihre Masse stellt den Rest des Museums im wörtlichen Sinne in den Schatten. Da ist zum einen das Boot „U 10“ des Typs 205, in Dienst gestellt 1967, dessen Schwesterschiff „U 9“ seit 1993 in Speyer liegt. Nur ist das Wilhelmshavener Exponat in einem deutlich besseren Zustand (besonders im Innenraum), denn die Souvenirjäger haben bis jetzt noch alles an ihrem Platz belassen, wohingegen in Speyer fast alles demontiert wurde, was locker und klein genug war.

Geschmackvoll eingerichtet sind die Räume des Museums schon, leider sind einige der dort ausgestellten Dinge nicht sonderlich attraktiv.Ein „Starfighter“, Typ F 104 G, vertritt die oftmals übersehene und dazu fälschlicherweise der Luftwaffe zugeordnete Truppengattung der Marineflieger: Direkt im Eingangsbereich in luftiger Höhe aufgebockt, begrüßt er die Besucher. Neben dem „U 10“ ist das größte Exponat der Minensucher M 1077, „Weilheim“, des Typs 331. Dieses 1959 gebaute Schiff wurde 1997 außer Dienst gestellt und sodann dem Museum übergeben. Liebevoll wurden alle Räume so hergerichtet, dass der Besucher das gesamte Schiff durchstreifen kann und einen Eindruck davon gewinnt, wie es auf einem typischen Minensucher der Bundesmarine im regulären Dienst zuging; Brücke, Kabinen und Messe machen den Eindruck, als habe die Besatzung das Schiff nur kurz zum Landgang verlassen und würde in Kürze wiederkehren.

Neben vielen Kleinexponaten wie Torpedos, einem Raketenwerfer der NVA und einem Geschützturm des Zerstörers „Hamburg“ bleibt am Ende des Rundganges im Freien noch der Marineschlepper „Langeness“ von 1959 zu sehen; er liegt aufgebockt an Land und präsentiert dadurch sein interessantestes technisches Detail: die beeindruckenden Voith-Schneider Antriebe.

Wer unbedingt ein Stück Marine mit nach Hause nehmen möchte, findet an der Kasse neben Literatur auch ein Sortiment Kartonmodellbaubogen. Man kann sich zum Beispiel seine eigene kleine „Weilheim“ in 1:250 ins Wohnzimmer stellen – als Erinnerung an einen schönen und interessanten Museumsbesuch.