Das Technik-Museum Speyer
Ein Besuch im „südlichsten U-Boot-Stützpunkt Deutschlands“

Das U-Boot „U9“ der deutschen Bundesmarine wurde 1993 außer Dienst gestellt und ist komplett zu besichtigen. |
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Das riesige Modell des Aviso “Grille”,
– sehr sauber in ca. 1:20 gebaut. |
Das „Technik-Museum Speyer“ wurde 1993 auf dem Gelände einer ausgedienten Fabrikhalle nahe dem Flugplatz und den ehemaligen französischen Kasernen eröffnet. Den Grundstock bildete 1992/1993 u.a. das ausgemusterte U-Boot „U 9“ vom Typ 205 der Bundesmarine; mit viel Aufwand und einem großen Medienspektakel bezog damals dieses U-Boot seinen letzten Standplatz auf dem Museumsgelände. Fortan rühmte sich Speyer mit dem Namenszusatz „südlichster U-Boot Stützpunkt Deutschlands“. Genau betrachtet ist die Marineabteilung des Museums Speyer nur ein kleiner Teil der gesamten Exponatesammlung aus allen Fachgebieten der Fortbewegung und der technischen Entwicklung dieses Jahrhunderts.

Das neueste Exponat ist ein Polizeimotorboot von 1942, ein schönes, schnittiges Fahrzeug, zu dem man gerne ein Modell bauen möchte. |
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Der erste Teil der Marineabteilung befindet sich in Form von Originalexponaten im Freien, dazu gehören neben dem schon erwähnten „U 9“ mehrere Kleinst-U-Boote wie ein „Seehund“, ein „Biber“ und seit neuestem gar ein Ein-Mann-Torpedo des Typs „Neger“, ferner ein Polizeiboot Baujahr 1943 und ein Tragflächenboot, dessen Bau auf den Entwicklungsdrang der Bundesmarine zurückgeht. Vor allem beim Betrachten der winzigen Kleinkampfmittel-Boote wird dem Besucher die Sinnlosigkeit dieses letzten Aufgebotes aus der Endphase des Krieges deutlich, die Besatzungen dieser Boote wurden nicht umsonst „Todeskandidaten“ genannt und bestanden fast nur aus Freiwilligen. Fast alle diese Exponate wurden bei Bergungs - oder Baggerarbeiten entdeckt und weisen auf eine hohe Verlustrate auch durch Unfälle und technische Mängel hin.
In einer kleinen Halle wartet die Marineabteilung mit Schiffsmodellen auf. Beim Eintritt fällt zuerst das riesige Modell des Flugzeugträgers „Graf Zeppelin“ der deutschen Kriegsmarine ins Auge; das Modell dürfte in 1:50 gebaut sein, ist über 5m lang und zeigt das Schiff im geplanten Endzustand, wie es wohl nach Fertigstellung 1942 ausgesehen hätte. Leider ist dieses Ausstellungsstück inzwischen etwas ramponiert, so bemerkt der aufmerksame Besucher abgebrochene Details bei den Flakgeschützen und beschädigte Flugzeuge, ferner fehlen leider Angaben zum Modell wie Maßstab und Länge.
Nicht minder eindrucksvoll ist das riesige Modell des Aviso „Grille“; es dürfte in 1:20 gehalten sein und ist über 6 m lang, ich meine mich aber erinnern zu können, dieses Modell schon vor etlichen Jahren auf der „Intermodellbau“ in Dortmund gesehen zu haben. Wie dem auch sei, das imposante Großmodell ist hervorragend gebaut und ein wahrer Magnet für jeden, der diese Räume betritt.
Es stehen dort auch eine Vielzahl weiterer Modelle in kleineren Maßstäben, und die Namen dieser Exponate lesen sich wie ein „Who is Who“ der Schiffahrt: „HMS Bounty“, „Soleil Royal“, „HMS Victory“, „Cutty Sark“, „Wasa“, „Bismarck“, „Scharnhorst“, „Aurora“, „USS Missouri“ u.v.a. Die Qualität der Modelle ist übrigens sehr unterschiedlich, was darauf schließen läßt, daß hier viele verschiedene Modellbauer ihre Exponate zu Verfügung gestellt haben, doch gerade dies macht ja auch einen gewissen Reiz aus. Wer also das eine oder andere Modell „zuviel“ hat, wende sich an das Museum Speyer!
Doch noch einmal zurück zum „U 9“: Im Gegensatz zu den anderen Ausstellungsstücken kann es auch von innen besichtigt und zum größten Teil begangen werden. So vermittelt sich einem die drangvolle Enge für die 22köpfige Besatzung, und es werden die Lebensumstände deutlich, unter welchen die Besatzungen dieser Boote ihren Dienst zur Sicherung des Friedens versehen mußten.
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Kurios: 1968 als Amphibienfahrzeug gebaut, dann ca. 1987 in ein reines Wasserfahrzeug umgebaut, steht das Feuerlöschboot jetzt im Technik-Museum Speyer.
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Bevor wir das Museum verlassen, werfen wir noch einen Blick auf ein besonderes Ausstellungsstück, das aber eigentlich nicht zur Marine gehört und daher auch in einem völlig anderen Teil des Museums untergebracht ist. Es handelt sich hierbei um ein Feuerlöschboot der Stadt Trier, dessen seltsame Form dem Besucher Rätsel aufgibt. Die Begleittafel enthüllt dann des Rätsels Lösung: Es handelt sich um ein ehemaliges Amphibienfahrzeug, das als Feuerwehrfahrzeug ursprünglich sowohl für den Einsatz auf Flüssen als auch für den zu Lande geplant war und dann wegen seiner unzureichenden Leistungen umgebaut und nur noch als Wasserfahrzeug im Einsatz war – ein außergewöhnliches Objekt, bei dem alleine schon aufgrund der Form der Begriff „Schiff“ nur bedingt gewählt werden kann. Auch nach dem Umbau ist seine Form dermaßen markant, daß es sofort ins Auge fällt.
Fazit: Das Museum in Speyer lohnt mit Sicherheit einen Abstecher und bietet viele Möglichkeiten der Inspiration, und wer auch noch etwas über den Tellerrand der reinen Schiffahrtsgeschichte hinausschauen möchte, dem kann ein Besuch deutlich nur empfohlen werden.
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