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Faszination Wasserflug

Grundlsee 2008
von Volker Schreiegg
Wasserfliegen mit ferngesteuerten Flugmodellen übt auf viele RC-Piloten einen besonderen Reiz aus. Früh wurde dies in Österreich von der IGE-Salzkammergut erkannt und so wird jedes Jahr am Grundlsee ein Wasserflugtreffen für Elektroflugmodelle veranstaltet. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung am 7. und 8. Juni bereits das achte Mal abgehalten, der Zuspruch war auch diesmal wieder enorm. Mit 102 teilnehmenden Piloten ist diese Veranstaltung eine der größten in Europa.

Dornier DO-24 N-1 von Hans-Jürgen und Tobias Moser, Eigenbau im Maßstab 1:16, 1,70 m Spw., 2 kg, 3M×fly-BL-Motoren an 3S-LiPo 3.700 mAh
Nach dieser Beschädigung war das Modell innerhalb weniger Stunden repariert und wieder flugfähig
Short Sandringham von Marcel Henrich, 2 m Spw., 3,5 kg, 4×Speed 500 an 2× 3S-LiPo 3.200 mAh
Aichi Seiran von Thilo-Arndt Möller, 1,6 m Spw., 5 kg, BL-Motor an 6S-LiPo
Sea Lenzio von Joachim Schillmann, 2,2 m Spw., 1,8 kg, Kontronik 500-23 mit Getriebe 1:6,7 an 3S-LiPo 4.000 mAh

Etliche Piloten kamen schon einige Tage vorher angereist, um die Zeit zum Fliegen zu nutzen oder einige Tage Urlaub zu verbringen. Teilnehmer aus der Schweiz, Deutschland und auch aus Tschechien reisten an. Auch weite Entfernungen wurden hier in Kauf genommen – teilweise betrug die Anreise 1.000 km. Bereits ab Wochenanfang herrschte reger Flugverkehr am See, der als Hintergrund eine traumhaft schöne Gebirgslandschaft bietet, die viele Teilnehmer so nicht kennen.

Obwohl der Wetterbericht keine sonderlich gute Prognose abgab, konnte die Veranstaltung am Samstag bei Schönwetter eröffnet werden. Wie immer wurde das Treffen ganz bewusst ohne Wettbewerbe abgehalten, vielmehr stand die fröhliche und entspannte Atmosphäre im Vordergrund. So verwundert es auch nicht, dass bis zu acht Modelle gleichzeitig in der Luft waren. Nun, Platz ist genug vorhanden, und die sehr genaue Frequenzkontrolle verhinderte Störungen und Kanaldoppelbelegungen.

Junkers JU 52 von Peter Vierhauser, 3,25 m Spw., 18 kg, 3×BL von Flywarean 16 NiMH-Zellen je Motor

Aviatik Berg DI von Bernhard Klauscher, 2,5 m Spw., 17 kg, Eigenbau-Außenläufer mit Getriebe 1:1,8 , Luftschraube mit 85 cm Durchmesser und 3.000 U/min

Zum Start muss die Luftschraube mittels E-Starter auf Drehzahl gebracht werden, damit der Startstrom unter 300 A bleibt

Vertreten waren alle Gattungen von Flugzeugen, ob Fertigmodelle, Bausätze, Eigenkonstruktionen, ob groß oder klein, günstig in der Anschaffung oder teuer. Viele Piloten setzten auf den Minimag, auch der Wingo wurde oft gesehen. Große Scaleflugmodelle mit gut drei Metern Spannweite und bis zu 20 kg Gewicht standen am anderen Ende der Scala. Diese flogen meist alleine oder im Staffelflug, um Sie besonders gut zur Geltung zu bringen. Da schauten auch die anderen Piloten gerne zu und hatten nichts dagegen, eine kleine Pause einzulegen.

LiPo-Akkus und Brushlessmotoren sind Stand der Technik, nur sehr vereinzelt wurden Bürstenmotoren oder NiXX-Akkus eingesetzt. Ungefähr 20% der Piloten setzten auf 2,4-GHz-Technik und waren dadurch von der Senderabgabe befreit. Auch auf dem Wasser gab es mit dieser Technik keine Probleme.

Am Abend fand dann der traditionelle Pilotenball im nahe gelegenen Gasthaus “Rostiger Anker“ statt. Hier wurde bis spät in die Nacht geredet, diskutiert und fachgesimpelt. Nachdem der Sonntagmorgen zunächst regnerisch begann, besserte sich das Wetter zunehmend und bald wurde der Flugbetrieb in vollem Umfang wieder aufgenommen.

Als besonderer Höhepunkt kam an beiden Tagen ein „großes“ Wasserflugzeug zu Besuch. Eine Cessna CE 208 Amphibian Caravan der Firma Red Bull legte einige beeindruckende Starts und Landungen hin.

Zum Glück verlief das ganze Treffen unfallfrei. Die Wasserrettung in Form eines Ruderbootes musste dennoch öfters ausrücken, hier brachte der Wind doch einige Modelle zum kentern. Auch einige kleinere Schäden waren zu verzeichnen, die aber meist vor Ort behoben werden konnten.

Im nächsten Jahr findet die neunte Auflage dieser Veranstaltung statt. Nähere Informationen dazu und die schönsten Bilder des Jahres 2008 sind unter der Internetadresse www.ige-salzkammergut.at verfügbar.

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