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Allerhand Attraktionen
7. Deutsches Treffen für mehrmotorige Großmodelle
von Markus Bauer
Wann sieht man das sonst? Eine Concorde, ein Airbus A 330-300 und eine McDonnel Douglas MD-11 ziehen im Formationsflug am Himmel über Hemau ihre Kreise. Oder drei Lockheed P-38 Abfangjäger, die scheinbar via Zeitmaschine aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs ins Jahr 2008 katapultiert wurden. Knapp über dem Rasen düsen in rasantemVorbeiflug F16-Kampfjets oder A-10 Worthdog (Warzenschwein) vorbei, um ein paar Sekunden später senkrecht in die Lüfte zu steigen. Diese und viele weitere Attraktionen bot am Wochenende das 7. Deutsche Treffen für mehrmotorige Großflugmodelle auf dem Flugplatz des Modellbauclubs (MBC) Hemau, zu dem am Samstag und Sonntag mehrere Tausend Besucher kamen.
Einige Piloten boten mit ihren Modellen von Kunstflugmaschinen atemberaubende Szenen: die Flugmodelle standen nur wenige Zentimeter über der Piste senkrecht in der Luft, ließen mächtig Dampf ab, um kurz darauf wieder gen Himmel zu steigen, Kreise zu malen und dann im Messerflug wieder knapp über dem Boden am Publikum vorbei zu fliegen. Die in der Szene bekannten und erfolgreichen Robert und Sebastian Fuchs lieferten diese Kunststücke sogar im Synchronflug mit ihren Düsenjets und Propellermaschinen.
Tante Ju und Phantoms
Gemächlicher ging es da schon bei der guten alten „Tante Ju“ zu, der mit der Original-Olympia-Lackierung von 1936 versehenen Ju 52, die Benjamin und Wolfgang Berger flogen, oder beim viermotorigen Transportflugzeug Lockheed C-130 Hercules, das Hans Berndt dabei hatte. Auch Modelle von Jets aus Mittel- und Osteuropa sausten durch die Lüfte – wie etwa der L39 Albatros, der im Warschauer Pakt im Einsatz war und bis heute in der tschechischen Armee fliegt. In der NATO bestens bekannt ist die F-4 Phantom. Zwei Maschinen der legendären Phantomstaffel Bayern donnerten ebenfalls durch die Lüfte.
Moderator Otto Scherübl, der sich mit seinem Clubkameraden Karl Scherer in dieser Funktion abwechselte, verlor am Samstag und am Sonntag seine Wette: Denn die sieben „Fallschirmspringer“ der Fernlenkgruppe Straubing brachten alle ihre aus einigen hundert Metern Höhe ausgeklinkten Mini-Fallschirmspringer ferngelenkt auf das Flugfeld – zweimal sieben Halbe Liter Bier musste der Moderator ausgeben. Für die Kinder hatten die Straubinger eine weitere Überraschung parat. In einem Flug ließen sie statt der Fallschirmspringer Bonbons über die Zuschauer regnen.
Apropos Regen: am Samstagvormittag hatte es wettermäßig gar nicht gut ausgesehen – aber mit Beginn der Vorführungen um 13 Uhr kam die Sonne. Auch am Sonntagmorgen war der Himmel grau, und nach dem von Pfarrer Gottfried Schubach aus Rieden, selbst begeisterter Modellflieger, zelebrierten Gottesdienst goss es in Strömen. Dies nutzten die Modellflieger und Zuschauer zum Mittagessen. Zur offiziellen Eröffnung um 12.30 Uhr schien dann wieder die Sonne – der Wettersegen am Ende der Messfeier hatte gewirkt.
Beitrag zur Völkerverständigung
Über den „großartigen Flugtag“ freute sich Hemaus 2. Bürgermeister Gert Schmidt, der an diesem Tag den Schirmherrn der Veranstaltung, 1. Bürgermeister Hans Pollinger, vertrat. Landtagsabgeordneter Philipp Graf von und zu Lerchenfeld dankte dem MBC Hemau „für die großartige Organisation“ und für den Gottesdienst am Vormittag. Als einen „Beitrag zur Völkerverständigung“ sah MBC-Vorsitzender Reinhold Schutzbier das Treffen, waren doch neben Modellfliegern aus Deutschland auch Österreicher und Niederländer vertreten. Mit der Bayernhymne und dem Deutschlandlied, intoniert von Günter und Manuela Kraus, endete der offizielle Akt.
Einige besondere Highlights gab es am Samstagabend zu sehen und zu hören: zum einen strapazierte im Festzelt das Tangrintler Bauernballett die Lachmuskeln und ließ auch manchen Hund jaulen. Zum anderen bot Christian Swoboda in seiner Nachtflugshow mit nur von kleinen Lämpchen beleuchteten Modellen spektakuläre Loopings und viele andere Kunstflugfiguren sowie ein grandioses Feuerwerk sowohl vom Boden wie von den Flugzeugen am Himmel.











