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Das deutsche Jet-Team im Interview
Interview mit Stephan Völker
FMT: „Stephan, zunächst herzlichen Glückwunsch zum vierten Weltmeistertitel. Was bedeutet dir dieser vierte Titel?“
Stephan Völker: „Was bedeutet der vierte Titel? Na ja, einer mehr als drei, ganz einfach (er lacht). Es hätte ja auch anders kommen können. Geplant war eigentlich schon die Titelverteidigung. Aber da muss dann immer auch alles passen. Und es war sehr, sehr schwierig. Ich war in der Baubewertung als erster dran, in den ersten beiden Flugdurchgängen war ich ebenfalls der erste Starter. Da musste ich ein kleines bisschen abwarten, was passiert.“
FMT: „Woher nimmst du diese Sicherheit, so selbstbewusst zu sagen, das erklärte Ziel und die realistische Chance ist die Titelverteidigung?“
Stephan Völker: „Das Ziel war von Anfang an klar. Aber anfangs hatte ich für mich eigentlich keine realistische Chance gesehen. Das hat sich erst während des Wettbewerbs ergeben.“
FMT: „Wie bewertest du die Punktevergabe im Bereich der Baubewertung und auch in der Flugbewertung? Liegt das Niveau hier höher, als bei der Deutschen Meisterschaft?“
Stephan Völker: „Das ist eine ganz schwierige Frage. Man hat von der Baubewertung sehr wenig mitbekommen. Die Punktewertung ist im Verhältnis zu deutschen Verhältnissen doch deutlich geringer. Bei uns hat man ganz leicht einen Neuner oder Neuneinhalber, auch in der Baubewertung, und hier ist man froh, wenn man Punkte zwischen Sieben und Acht bekommt. Der Level ist dementsprechend. Man kann da keine großen Ausreißer nach vorne fliegen oder für den Bau erhalten. Aber das minimiert sich im Verhältnis über alle Teilnehmer. Alle Modelle waren bei der Baubewertung im Zelt, ich sage mal Eisschrank (Anm. d. Red.: der einzige wirklich klimatisierte Bereich auf dem Veranstaltungsgelände) dazu, verschlossen. Nur beim eigenen Modell, wo man mit dabei war, konnte man etwas mitkriegen. Das gleiche war bei der Flugbewertung. Jeder war froh, irgendwo ein bisschen Schatten zu erwischen. Ich habe daher nur wenige Flüge von anderen Teilnehmern gesehen. Also darüber jetzt eine Aussage zu treffen, ist schwierig.“
FMT: „Wie bewertest du die äußeren Bedingungen, mit denen wir hier klarkommen mussten? Hatte das einen Einfluss auf deine körperliche und mentale Fitness?“
Stephan Völker: „Also hier haben sich sehr viele kleine und große Faktoren summiert. Das Land, die Einstellung zum Land, die Platzverhältnisse und die hohen Temperaturen – das alles zusammen war schon sehr anstrengend. Wir werden hier wahrscheinlich alle so um die 80% unserer Leistungsfähigkeit gezeigt haben. Jeder hat versucht 110% zu geben, aber mehr war eigentlich nicht drin.“
FMT: „Wie hast du es für dich persönlich gemacht, immer auf den Punkt genau fit zu sein?“
Stephan Völker: „Gut, das ist auch so ein kleines bisschen Glückssache. Mir ging es beispielsweise vor dem letzten Flug nicht so gut morgens. Da hatte ich zu wenig Wasser getrunken. Das konnte man nicht wirklich vorher kalkulieren, etwas Glück gehört einfach dazu.“
FMT: „Stephan, nach vier gewonnen Titeln muss ich dich jetzt einfach fragen: Machst du weiter?“
Stephan Völker: „Ja, ich werde weitermachen. Ich werde mich aber mehr auf die Stühle orientieren. Das heißt in Richtung Bau- oder Flugpunktwerter. In den nächsten zwei Jahre werde ich die Weichen in diese Richtung stellen.“
FMT: „Das heißt, zur nächsten WM sehen wir dich noch als Teilnehmer?“
Stephan Völker: „Jetzt im Moment sage ich mal ja, aber das kann sich auch noch ändern.“










