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Das deutsche Jet-Team im Interview
Interview mit Michael Reitz
FMT: „Wie bewertest du die neue Klassen-Trennung und das Bonuspunktesystem?“
Michael Reitz: „Ich bin der Meinung, dass die kleine Klasse durchaus Potenzial hat, um neue Piloten gewinnen zu können, denn der Aufwand und die Kosten sind geringer. Das Bonussystem wird nach meiner Meinung das Gegenteil bewirken als es sollte. Die Piloten haben keinen Ehrgeiz mehr, wenn sie schon vorher wissen, dass sie kaum eine Chance haben. Man kann wirklich nicht verlangen, dass jeder Teilnehmer alle zwei Jahre eine komplette Neukonstruktion im Alleingang auf die Beine stellen kann. Auch wenn vielleicht der Wille da wäre, ist es doch fragwürdig ob es zeitlich und finanziell möglich ist. Meine Meinung ist: zwei Klassen, aber ohne Bonuspunkte.“
FMT: „Mit welchen Vorstellungen und Zielen bist du zur WM gefahren?“
Michael Reitz: „Nach Irland war meine Vorstellung, dass diese WM in Israel etwas besser abläuft – wobei ich der Meinung bin, dass die Organisation sich erst vor Ort als eine riesengroße Seifenblase entpuppte. Deshalb kann man hier dem IJMC keinerlei Schuld zuweisen. Man hat das Beste daraus gemacht und letztendlich war unser Team sehr erfolgreich. Wir haben mit einem Top-Equipment und einer klasse Leistungen bei harten Bedingungen überzeugt.
Das erste Ziel war gesund wieder zurück zu meiner Familie zu kommen. Ich wollte eine schöne WM mit einem tollen Team reibungslos über die Bühne bringen, was meiner Meinung nach ein voller Erfolg war. Als nächstes war mein Ziel, die beste Platzierung als möglich für uns zu erzielen, was mir unter diesen Bedingungen nicht sehr leicht gefallen ist. Die Konzentration bei 50 C lässt doch zu wünschen übrig. Aber es war dennoch eine tolle Erfahrung am Toten Meer fliegen zu dürfen.“
FMT: „Du musstest mit deiner schwarzen Hawk besonders auf die Temperatur achten. War das ein Handicap für dich und das Modell? Hattest du deshalb mit Problemen zu kämpfen? Wie bist du persönlich mit den hohen Temperaturen zurecht gekommen?“
Michael Reitz: „Ich wusste, dass die Farbe schwarz ein Problem hätte werden können, deshalb hatte ich mich darauf vorbereitet und war sehr vorsichtig. Eine Temperaturmessung an der Modelloberfläche in der Sonne ergab schon nach nur drei Minuten 60-65°C. So war klar: egal wo es Schatten gab, er „gehört“ mir. Nach dem Startvorgang der Turbine unter einem Pavillon war die Devise, so schnell als möglich in die Luft zu kommen.
Mein Resümee: alle Vorbereitungen und die Qualität der Produkte haben überzeugt, ich habe den Wettbewerb mit einem schwarzen Modell bei 50 Grad ohne jeglichen Defekt absolviert, was für mich und alle Hersteller ein voller Erfolg war. Ich muss ehrlich sagen, meine größte Angst bei jedem Flug war: hoffentlich versagt das Material nicht. Ich denke, dass diese Angst auch meine Leistung etwas beeinflusst hat, denn die Nervosität war ungewohnt groß. Die Temperaturen haben bei mir bzw. bei allen sehr am Kreislauf gezehrt.“
FMT: „Welchen Eindruck hat das gastgebende Land bei dir hinterlassen?“
Michael Reitz: „Israel hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass ich dort nicht unbedingt noch einmal hin muss. Ich drücke es mal so aus: sie wollten alle nur unser Bestes und das um jeden Preis.“
FMT: „Wie sehen deine zukünftigen Wettbewerbsambitionen aus?“
Michael Reitz: „Das wird die Zukunft zeigen.“










