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Das deutsche Jet-Team im Interview

 

Interview mit Roy Puchtinger

FMT: „Es war deine erste WM-Teilnahme. Was waren für dich die Höhepunkte und welche Momente waren nervenzehrend?“

Roy Puchtinger: „Der Höhepunkt war natürlich die Siegerehrung, da das deutsche Team ja sehr erfolgreich war. Sowohl in den Einzelwertungen als auch in der Gesamtwertung. Außerdem hat es mich sehr gefreut einige neue, internationale Kontakte knüpfen zu können.

Nervenzehrend waren die langen Pausen, ohne die es aber nicht funktioniert hätte bei den extremen klimatischen Bedingungen. Ich hätte mich gefreut, wenn wir aufgrund der geringen Teilnehmerzahl 4 oder 5 Wertungsflüge hätten machen können.“

 

FMT: „Mit welchen Ziel bist du zur WM gefahren? Bis du mit deinem Ergebnis zufrieden?“

Roy Puchtinger: „Mein Hauptziel war die Top Ten zu erreichen. Wobei mir von vornherein klar war, dass mit dem neuen Bonuspunktesystem die Sache nicht sehr einfach werden würde. Umso mehr freue ich mich über meinen 6. Platz! Zum zweiten Ziel hatte ich mir gesetzt, in die Nationenwertung zu kommen, d.h. unter den besten drei des deutschen Teams zu sein. Beides habe ich geschafft und kann hinter meine gesetzten Ziele einen dicken Haken machen.“

 

FMT: „Wie hast du dich auf die WM vorbereitet?“

Roy Puchtinger: „Geplant war eigentlich, dass vor der WM richtig viel geflogen wird. Denn nach Fertigstellung meiner Hawk im August letzten Jahres hatte ich erst 12 Flüge machen können. Aufgrund der 20-kg-Grenze musste ich mein Modell noch um zirka 700 g abspecken, was sich aber als nicht so einfach erwies, da ich ja bereits beim Bauen schon aufs Gewicht geachtet hatte. Das ganze Modell wurde noch einmal zerlegt und jedes Teil gewichtsoptimiert. So musste unter anderem ein neues, leichteres Höhenleitwerk gebaut werden, um sicher unter die 20 kg zu kommen. Letzten Endes hat sich die Abspeck-Aktion ziemliche lange hingezogen.

Beim Studieren der Ausschreibung für den Wettbewerb fiel mir das geänderte Figurenprogramm sofort auf. Daraufhin habe ich mir die Figuren notiert, welche in Frage kommen würden. Das ganze habe ich dann mit der Viper einige Male geflogen, um ein Gefühl für die Figurenreihenfolge zu bekommen. Außerdem konnten wir, mein Ansager und ich, uns gleich auf die englischen Kommandos einstellen. Nachdem das Wetter wieder schlechter und die Zeit langsam knapp wurde, habe ich an meiner Doku gearbeitet, da sich auf der Deutschen Meisterschaft ein paar kleine Fehler herausgestellt hatten. Zwei Tage vor Abholung der Kisten durch die Spedition, war die Wetterprognose halbwegs gut, sodass ich noch fünf Trainingsflüge machen konnten. Dabei hat mir Stephan Völker über die Schulter geschaut, um mir noch einige Tipps und Tricks zu verraten.“

 

FMT: „Wie hast du es geschafft, zum richtigen Moment fit zu sein?“

Roy Puchtinger: „Um vor den Wertungsflügen fit zu sein, musste jeder seinen eigenen Weg finden. Ich wusste zwar im Vorfeld, dass es sehr heiß werden würde, aber ich wusste nicht, wie sich nun 50°C wirklich anfühlen. Außerdem hatte ich die Hoffnung, dass ein kühler, angenehmer Wind weht. Aber die Hoffnung war in dem Moment weg, als wir bei der Anreise aus dem Bus stiegen. Man musste sich regelrecht zwingen, genügend Wasser zu trinken, um nicht zu dehydrieren. Vor den Wertungsflügen gab’s dann Traubenzucker und ’ne kühle Cola, damit die Finger ruhig werden. Das hat ganz gut funktioniert. Ungewohnt war, dass die Schuhsohlen klebrig wurden, wenn man bei den Wertungsflügen zu lang auf dem selben Fleck des heißen Asphalts stand.“

 

FMT: „Was konntest du an Erfahrungen mit nach Hause nehmen?“

Roy Puchtinger: „Im Nachhinein würde ich die Vorbereitungsphase anders gestalten. Denn mit fünf Trainingsflügen kann man nicht wirklich sagen, man sei gut vorbereitet. Ich hätte im Winter viel zeitiger mit den Vorbereitungen beginnen müssen. Aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Außerdem steht für die nächsten Wettbewerbe das Kontrollieren sämtlicher Anbauteile vor dem Wertungsflug an erster Stelle. Das ist die Konsequenz aus der im zweiten Durchgang verlorenen Finne. Somit ist für die Zukunft klar, dass nur das Überprüfen sämtlicher Schraub- und Schlauchverbindungen nicht ausreicht. Das war sehr ärgerlich und unnötig zugleich, denn dadurch war der Druck für den dritten, entscheidenden Durchgang sehr groß.“

 

FMT: „Wie sehen deine zukünftigen Wettbewerbsambitionen aus?“

Roy Puchtinger: „Ich habe jetzt erst richtig Lunte gerochen und werde auf jeden Fall weitermachen und mich reinknien, um vielleicht irgendwann auch einmal ganz oben stehen zu können.“

 

Die Gespräche führte FMT-Mitarbeiter Uwe Puchtinger.

 

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