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Internationale Deutsche Meisterschaft Jets Scale und Semi-Scale 2010
Mit insgesamt 33 Teilnehmern konnte die DM in diesem Jahr wieder eine deutliche Belebung verzeichnen. Sieben Piloten aus der Schweiz und fünf italienische Teilnehmer machten den Wettbewerb zu einer echten internationalen Meisterschaft.
von Uwe Puchtinger
Verpasstes Jubiläum?
Während der Veranstaltung wurde häufig vom 20igsten Jubiläum der Jet-DM gesprochen. Nach meiner Erinnerung und Recherche gab es 1990 in Bad Wörrishofen den ersten offiziell als Deutsche Meisterschaft benannten Wettbewerb – und damit hätten wir die Jubiläumsveranstaltung doch tatsächlich um ein Jahr verpasst? Das ist aber eher nebensächlich, da sich die DM durch die hohe Beteiligung und die Gäste aus der Schweiz und Italien in diesem Jahr deutlich positiv von den vorherigen Jahren abhob.
Fast schon Tradition
Die DM wurde bei bestem Wetter vom 20. bis 22.08.2010 in Herrieden Stadel ausgetragen. Der FMSG Herrieden Stadel ist als gastgebender Verein in der Durchführung der Veranstaltung geübt und bot auch in diesem Jahr optimale Rahmenbedingungen. Die Teilnehmer fühlen sich hier sichtlich wohl und alle Beteiligten hoffen auf eine Fortsetzung dieser Tradition in den nächsten Jahren.
Neu war in diesem Jahr, dass die Flugbewertung mit fünf Punktrichtern durchgeführt wurde, so wie es in anderen Klassen und international üblich ist. Die Leistungsdichte wird in beiden Klassen immer höher und es wird für die Punktwerter zunehmend schwieriger die geringen Unterschiede in eine gerechte Wertung zu übertragen. Die geäußerten Wünsche der Punktwerter, zukünftig mit Zehntelpunkten eine feinere Abstufungsmöglichkeit zu bekommen als mit den bisher üblichen halben Punkten, bestätigen dies.
Traditionell gut war auch wieder die Punkte-Auswertung von Günther Knörr, den auch der kurzfristig geänderte neue Auswertemodus nicht aus der Ruhe bringen konnte.
Leider stagniert die Weiterentwicklung der Baubewertung gegenüber der Flugbewertung spürbar – wenn man bedenkt, dass in der Scale-Klasse maximal 1.500 Punkte in der Endwertung erreichbar sind, kann man dies schon an den aktuellen Wertungen erkennen. Auch aus Teilnehmersicht wäre eine Wertung, die dem WM-Modus entspricht, wünschenswert, um sich damit besser auf die nächste Weltmeisterschaft vorbereiten zu können.
Semi-Scale
Mit 13 Teilnehmern bot die Semi-Scale-Klasse eine schöne Mischung verschiedener Modelle. Mit dieser Mischung von ARF- bis zu Modellen, die durchaus auch in der Scale-Klasse hätten starten können, wird die Klasse auch ihrem Einstiegscharakter in die Scale-Fliegerei gerecht. Einen besonderen Höhepunkt stellte der Start der 15-jährigen Noreen Juras in der Semi-Scale-Klasse dar. Als erster weiblicher Teilnehmer und auch in Betracht ihres Alters hat sie mit dem erreichten achten Platz schon bei ihrer ersten Wettbewerbsteilnahme ein Achtungszeichen gesetzt. Es war interessant, zu beobachten, wie sich ihre Leistung von Flug zu Flug steigerte – mit diesem Potential könnte sie in Zukunft den männlichen Mitstreitern gehörig Konkurrenz machen.
Scale
Für die Schweizer Piloten und auch die deutschen Teilnehmer stand diese DM ganz im Zeichen der Qualifikation für die nächste WM, die 2011 in den USA stattfindet. Mit 20 Startern war die Teilnehmerzahl wieder erfreulich hoch. Die Scale-Klasse ist seit letztem Jahr in die 20-kg- und 13,5-kg-Klasse geteilt. In der 13,5-kg-Klasse kamen von vier Teilnehmern leider nur zwei in die abschließende Wertung, technische Probleme und eine Gewichtsüberschreitung reduzierten das Teilnehmerfeld, so dass am Ende keine gesonderte Wertung dieser Klasse möglich war. Marc Fröhn, Sieger in der 13,5-kg-Klasse wurde für die Qualifikationswertung zur WM-Teilnahme somit in der 20-Kg-Klasse einsortiert, wo er auf dem achten Rang stehen würde.
Die 20-kg-Scale-Klasse wird nach wie vor von den Modelltypen Hawk und MB-339 dominiert. Der Verzicht auf die Anwendung des Bonuspunkte-Systems wurde in der Scale-Klasse von der Mehrheit der Teilnehmer begrüßt und brachte eine Endwertung, die ausschließlich den fliegerischen und bautechnischen Leistungen der Teilnehmer entspricht.
Im Anschluss an diese DM werden nun die im dreijährigen Qualifikationszeitraum erreichten Punkte der Anwärter addiert – das deutsche WM-Team ergibt sich dann aus der Rangfolge unter Berücksichtigung weiterer Kriterien. Die genaue Zusammensetzung unseres Teams wird also erst in den kommenden Wochen entschieden.





