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Westtrial, die Erfolgsstory geht weiter.

Von Arnd Bremer

Wir schreiben das Jahr 2007: nach zehnjähriger Abstinenz geht endlich die Durststrecke der Modell-Truck-Trialer im Westen ohne eine eigene Serie zu Ende.
Im Jahre 2008 hat sich aus den Keimzellen in Niederbrechen und dem Camp4fun in der Eifel ein Wettbewerb mit insgesamt fünf Läufen entwickelt. Zugegeben, die beiden Keime werden doppelt angefahren. Aber sei es drum; fünf Läufe ist eine ordentliche Zahl für das zweite Jahr ihres Bestehens.
Am 12. April trafen sich 24 trialbegeisterte Fahrer zum ersten Lauf der Saison 2008. Auf den hauseigenen Parcours hatte Reiner Rock eingeladen. Über den Winter hatten die Mannen um Reiner weiter an dem Parcours gearbeitet. Die vier Sektionen mit je sechs Toren wurden von den erfahrenen Fahrern gesteckt. Auf den beiden Lehmhügeln, der Steinpassage und dem Naturhang waren so spannende Fahrten zu bewundern. Das Wetter spielte bei diesem ersten Lauf leider weniger mit. Starke Schauer und wieder kleine sonnige Passagen wechselten sich ab. Dieses Wetter machte die Strecke nicht leichter zu befahren und die Fahrzeuge wurden immer breiter und schwerer, weil der Schlamm sich an den Reifen festsetzte. Mit diesen Unbilden der Natur kamen Gabriel Schmidkunz und Lutz Löffler am besten zu Recht. Gabriel und Lutz teilen sich ihre Unimogs in diesem Jahr mit einem Doppelstarter. So tauchen die beiden Fahrzeuge immer wieder doppelt auf. Martin Bender konnte hinter diesen beiden seinen Unimog auf das Treppchen fahren. Es zeigte sich bereits hier, dass in der Saison 2008 im Westen die 4x4 fast unter sich fuhren. Mehrachser waren die Ausnahme.

Mit diesem Ergebnis ging es in die Eifel. Das Camp4fun bei Drees, in der Nähe des Nürburgrings, war den Trialeros schon aus dem Vorjahr bekannt. Die Truppe um Josef Hohnsbeen ist offroadverrückt und das bis zu den Kleinen. Diese Verrücktheit führte vor ein paar Jahren zu einem Trialparcours für Modelle. Auf diesem Gelände traf man sich am 04.05.08. Der Untergrund hier ist sehr viel trockener als der in Brechen. Es hat sich zwischenzeitlich eingebürgert, dass die vier Sektionen á sechs Tore von den Teilnehmern an dem jeweiligen Morgen gesteckt werden. Diesmal waren Bastian und Arnd hauptsächlich verantwortlich. Zwei mehr als schwierige Passagen waren dabei herausgekommen. Dabei sah alles nicht so schlimm aus. Aber manchmal sind die vermeintlich einfachen Tore die tückischsten. Es wurde also reichlich auf die Torstecker geflucht und diese irgendwohin gewünscht. Das aber alles auf lustigem Niveau. Am besten zu Recht kamen Gabriel, Bastian und Christian. Wieder waren drei Unimogs auf dem Podest.
Die Karawane zog weiter. Am 08.6.08 war Wickrathberg als Zielort im Navi zu vermerken. Hier auf dem Broicher Hof, einem Reiterhof, konnten die Trialer auf die Reithalle zurückgreifen. Claudia Ahrem, als Chefin, stand dieser Idee sehr offen gegenüber. Einzige Bedingung: Alles muss später wieder so aussehen wie vorgefunden. Die Herausforderung bestand darin, die Reithalle mit ihrem Sand in einen Trialparcours für Modelltrucks zu verwandeln. Es musste also Material herangeschafft werden, was auch leicht wieder zu entfernen war. Große Steine, fast schon Felsbrocken, Blumenkübel mit Erde und anderes Material wurde angeliefert. Sonntagmorgen gruben Reiner und Christian noch den Klappstuhl aus. Zwei alte Klappstühle aus der Gastronomie lagen beim Brennholz und wurden kurzfristig mit zwei Holzstämmen und einer Betontreppe zum Hindernis verbaut. Dies sah zwar spektakulär aus, war aber de Facto eine „Autobahn“. Zu dieser Runde waren auch Teilnehmer aus Belgien und den Niederlanden angereist. Somit war Mönchengladbach der internationale Part im Trialzirkus 2008. Dass es an diesem Sonntag etwas Besonderes zu bestaunen gab, hatte sich in Funk und Presse herum gesprochen und so kamen weit mehr als 100 Zuschauer. Sogar Besuch vom Europa-Truck-Trial hatte sich eingefunden. Das Team von HK Balkonbau aus der Klasse S5 war extra zu unserem Lauf angereist. Und wieder einmal wurde festgestellt, dass wir mit den Modellen extremer fahren. Es sitzt ja schließlich keiner im Fahrzeug. Zuschauer und Fahrer waren froh unter dem Hallendach fahren zu dürfen, da die Sonne unerbittlich vom sonntäglichen Himmel brannte. Gegen 16 Uhr hatten alle Teilnehmer ihre zwei Läufe absolviert und Gabriel konnte die Auswertung am Notebook vornehmen. Als Sieger konnte Tim Holzapfel seinen MAN KatI 6x6 mit 515 Punkten auf Platz 1 parken. Heimlich still und leise hatte Christian seinen kleinen und feinen Unimog auf den zweiten Platz abstellen können und Martin Holzapfel folgte mit seinem MB 6600 6x6. Nach dem Abräumen der Hindernisse und Harken des Sandes erinnerte nichts mehr an die Trialer und die Pferde hatten ihre Halle wieder.

Nach der Sommerpause ging es in die Rückrunde. Das Camp4fun stand wieder auf dem Plan. Wieder wurde die Grillhütte von den Trialeros als Fahrerlager in Beschlag genommen. Die vier Sektionen wurden über den Parcours verteilt und in Erinnerung an den zweiten Lauf wurde den Torsteckern von einigen Teilnehmern auf die Finger geschaut. Die einfachen Tore zeigten wieder ihre Tücken und so sahen wir wieder einige Fahrzeuge von unten. Ist nicht so schlimm, sitzt ja keiner drin. Zwei Mal mussten Kleinteile der Fahrzeuge im Dreck gesucht werden. Eine Kardanwelle hatte sich in der Schlammkuhle von ihrem eigentlichen Platz verabschiedet und sich ein Moorbad gegönnt. Jürgen Trock griff todesmutig in die Pampe und förderte den Ausreißer wieder ans Tageslicht. Nicht so einfach hatte es Nicolai. Sein Deutz war von einem heftigen Windstoß vom Hügel geweht worden. Ergebnis dieses unverschuldeten Überschlags war die verzweifelte Suche nach einem Zahnrad. Auch dieses konnte dank Adlerauge Armin Zimmer wieder verbaut werden. Zum Sieg hat dieser Umstand leider nicht geführt. Den nahm Christian wieder still und leise mit nach Hause. Gabriel und Bastian folgten auf dem Fuße. Nach dem vierten Lauf waren die drei ersten somit bis auf jeweils einen Punkt in der Gesamtwertung gleichauf. Und auch bei den drei Nächsten ging es knapp zu. Keiner der ersten Sechs konnte auf einen Start in Brechen verzichten.
So traf man sich zum Showdown bei RockRacing in Brechen am 14.09.08.
Das gewohnte Spiel begann wieder von vorne. Ankunft der Trialeros und stecken der vier Sektionen. Die Strecke war und ist den meisten Fahrern ja bereits bekannt so steckt der Teufel im Detail der Tore. Trockenes Wetter begleitete die Fahrer an diesem Sonntag. Der kleinste Fehler könnte den Gesamtsieg kosten. Mit diesem Gedanken agierten die Teilnehmer alle recht vorsichtig um ja keinen dummen Fehler zu machen. Am Ende parkte Christian Hamm seinen Unimog vor den Doppelstartern Gabriel Schmidkunz und Bastian Dammers.
Somit stand der Gesamtsieger im Westtrial auch fest. Christian Hamm konnte diesen Titel für sich verbuchen.
Bei der Siegerehrung für die ganze Serie wurde bewusst auf Pokale verzichtet. Die drei Sieger erhielten einen gesprayten Gutschein für ein T-Shirt von Zapatashirts.
Damit niemand mit leeren Händen nach Hause fahren musste, durfte jeder Teilnehmer in die große Lostrommel greifen. Als Hauptgewinn lagen Gutscheine von Servonaut, Tematik, Hafner Truckmodellsport und RockRacing vor.
Ein Dankeschön an alle, die den Trial im Westen möglich gemacht haben.