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Handicap und Hitze
Erster Lauf des Südtrials in Reichenschwand
von Jörg Losert
Endlich war es soweit. Der erste Lauf zum Südtrial 2008 fand vom 21.-22.06.2008 bei mir zu Hause in Reichenschwand statt. Drei Wochen vor Anmeldeschluss meldeten sich nur vier Teilnehmer offiziell an. Ich war kurz davor, den Lauf abzusagen. Wegen vier Teilnehmern hatte ich keine Lust alles vorzubereiten, da die Arbeit die selbe ist, ob nun vier oder 15 Teilnehmer kommen. Ich muss noch dazu sagen, dass ich keinen Verein im Rücken habe oder sonst irgend eine Hilfe bei der Durchführung eines Truck-Trial-Wettbewerbes, außer der vollen Unterstützung meiner Frau. Also was tun? Alle, die mir eingefallen sind, wurden angemailt oder versucht telefonisch zu erreichen. Am Anfang hatte ich wenig Erfolg. Aber im Laufe der Zeit wurden es immer mehr Zusagen. Es keimte wieder Hoffnung auf, dass ich den Lauf doch noch durchführen könnte.
Zur selben Zeit hatte ich auch schon Kontakte zu unseren tschechischen Truck-Trial-Freunden, die ich bereits in Sinsheim (durch Arnd Bremer) kennen lernen durfte, vor allem zu Jan Pechmann, der gut deutsch spricht. Also fragte ich Jan, ob sie nicht Lust hätten, zu mir zu kommen. Jan war sofort begeistert und fragte bei seinen Truck-Trial-Freunden in Marienbad und Prag nach. Nach mehreren E-mails stand fest, dass insgesamt sechs Trialer (drei aus Prag und drei aus Marienbad) an meiner Veranstaltung teilnehmen würden, was mich persönlich sehr freute.
So kamen doch insgesamt 19 Teilnehmer zusammen und der Durchführung des 1. Südtrial 2008 stand nichts mehr im Wege. Daraufhin begann ich mit den ersten Vorbereitungen:
Die Strecke (direkt neben dem Haus) musste vorbereitet werden und dafür sollte sich auch der Sandkasten meines kleinen Sohns zu einer Sektion entwickeln. Des Weiteren wollte ich den Rest der Strecke ausbessern und „verschärfen“. So entstanden insgesamt drei Sektionen, zwei mit 15 Toren und eine mit zehn Toren. Da die Veranstaltung über zwei Tage ging, musste ich mich noch um die Verpflegung, Unterkunft, Pokale – die organisatorischen Dinge eben – kümmern. Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, wartete ich am 21.06.2008 fieberhaft auf die ersten Teilnehmer.
Ich wurde nicht enttäuscht. Alle 19 Teilnehmer erschienen. Als Erste kamen früh, gegen 8.30 Uhr, die tschechischen Trialer aus Prag und Marienbad. Danach trafen alle Teilnehmer Schlag auf Schlag ein. Nach einer kurzen technischen Abnahme der Fahrzeuge (Ermitteln des Handicaps) konnten wir bei durchaus sommerlichen Temperaturen mit dem Wettbewerb beginnen. Am Samstag war es mit ca. 26 Grad noch relativ erträglich. Aber am Sonntag brannte die Sonne mit über 30 Grad erbarmungslos vom Himmel.
Es zeigte sich, dass die drei Sektionen (alle waren sogenannte freie Sektionen) zwar anspruchsvoll, aber durchaus fahrbar waren. Das Schöne an den freien Sektionen ist, dass jeder eine andere Route fährt. Zum festen Schiedsrichter konnte ich meinen Freund Fred ernennen. Des Weiteren lösten wir uns gegenseitig ab. Auch die tschechischen Trialer wechselten sich als Schiedsrichter ab. Es kam zu keinerlei Unregelmäßigkeiten. Es zeichnete sich bereits ab, dass auch die tschechischen Trialer sehr gute Trial-Trucks bauen. Das spiegelte sich auch im Endergebnis wieder. Doch dazu später mehr.
Die 1. Sektion bildete Mutterboden, gespickt mit Steinen, verschiedenen Brücken und einem kleinen Schotterhaufen.
Die 2. Sektion war die bereits erwähnte im Sandkasten meines kleinen Sohnes. Ich baute verschiedenste Hindernisse wie Granitsteine, Holzdielen, Platten sowie kleinere und größere Sandhügel in die Strecke mit ein.
Die 3. Sektion bestand überwiegend aus Eisenbahnschotter, Holzbalken und verschiedensten größeren und kleineren Steinen. Außerdem mussten eine Brücke aus Granitsäulen und eine etwas engere Durchführung gemeistert werden. Ich eröffnete den Wettbewerb mit der 1. Sektion. Danach starteten gleich die tschechischen Trial-Freunde, da sie an diesem Tag beide Läufe absolvieren mussten. Sie wollten am Abend die Heimreise antreten, da sie am Sonntag noch eine eigene Veranstaltung in Stary Plzenec hatten.
Am Samstag absolvierten aber dann doch alle Teilnehmer ihren ersten Lauf.
Da zeichnete sich bereits ab, dass die tschechischen Trialer um die vorderen Plätze mitfahren würden. Nachdem alle ihren ersten Lauf beendet hatten, begann kurz darauf der 2. Durchgang. (Zwischenzeitlich bedienten sich die meisten an Kaffee, Kuchen, gekühlten Getränken und einem kleinen Mittagssnack, die für die Trucker bereit standen).
Es zeigte sich, dass auch ein XC-Chassis, TA O2 Chassis oder andere Trucks mit kleineren Reifen durchaus die Chance hatten, vordere Plätze zu erreichen (gefördert durch das Regelwerk 2008 mit einen Handicap von 0,7).
Aber es ging nicht um den Sieg, sondern es sollte Spaß machen, durch die teilweise doch recht eng gesteckten Tore zu fahren. Ein tschechischer Trialer, Jiri Wawra, hatte leider einen Truck im Maßstab 1:10 dabei. Dieser passte nicht durch die gesteckten Sektionen. Aber kein Problem: er fuhr einfach mit meinem Ersatzfahrzeug. Es waren am Samstag auch ein paar kleinere Reparaturen an den Fahrzeugen vorzunehmen. Ein neuer Regler musste noch schnell in Röthenbach bei Nürnberg gekauft werden. Aber ansonsten gab es keine Ausfälle.
Den zweiten Lauf fuhren nur noch diejenigen am Samstag, die leider keine Zeit hatten bis Sonntag zu bleiben. Nachdem der zweite Lauf beendet war, war es inzwischen 17.00 Uhr geworden. Nachdem alle gegessen hatten wurde gefachsimpelt. Besonders galt hier das Interesse den Trucks der tschechischen Modellbaukollegen. Es wurden Fragen bezüglich der verbauten Achsen, Aufbauten und aller möglichen technischen Details erörtert. So verging die Zeit leider viel zu schnell. Gegen 20.30 Uhr machten sich unsere tschechischen Freunde leider schon auf den Heimweg. Ein Gegenbesuch in Stary Plzenec und in Prag wurde vereinbart. Der Rest der Truck-Trial-Freunde versammelte sich so nach und nach um das Lagerfeuer, wo bis früh um 2.00 Uhr gelacht, getrunken und gefachsimpelt wurde.So ging ein schöner und langer Trialtag zu Ende.
Am Sonntagmorgen, nach einer viel zu kurzen Nacht, ging es um 8.00 Uhr weiter. Nach dem Frühstück wurde die Strecke gut gewässert, hier und da ein paar abgebrochene Torstangen ersetzt und los ging der 2. Lauf. Es mussten zwar nur noch zwölf Trialer den zweiten Durchgang absolvieren, aber durch einen Stau an Sektion 3 dauerte der zweite Lauf doch länger als geplant. Außerdem war es bereits um neun Uhr so heiß, dass wir ein Sonnensegel (das Bernhard mitbrachte) über dem Parcours aufspannen mussten. Auch gab es einige kurze Ausfälle: Ein gebrochener Multilink am XC-Chassis von Martin war zu reparieren. Auch Markus musste mal kurz meine Drehbank in Anspruch nehmen. Aber von den 19 Trialern musste zum Glück keiner wegen eines Schadens die Sektion frühzeitig beenden. So kamen alle mit mehr oder weniger vielen Strafpunkten ans Ziel.
Gegen 13.30 gab es dann ein Mittagessen. Im Anschluss daran fuhren auch die letzten Fahrer Ihren 2. Lauf zu Ende. Bei Temperaturen über 30° Grad machte es zum Schluss nicht mehr wirklich Spaß. Als nun alle Fahrer Ihren 2. Lauf beendet hatten, ging es an das Auswerten der einzelnen Sektionen. Freundlicherweise übernahm das Andre mit seinem Laptop. Dafür herzlichen Dank! Wie schon anfangs erwähnt, fuhren die tschechischen Trialer auf die vorderen Plätze, was durch das Handicap von 0,7 bedingt war.
Nach einer kurzen Pause, in der jeder sich gerne noch mal gekühlte Getränke holte, stand das Endergebnis fest. Erster wurde Andre Bonsch, Yladimir Kostunek landete auf dem zweiten Platz den dritten Platz belegte Markus Kugler. So ging ein schönes und sehr heißes Trial Wochenende zu Ende.
Ich möchte mich nochmals recht herzlich bedanken, dass ihr teilweise mehrere hundert Kilometer Fahrt in Kauf genommen habt, um an diesem Trial-Wochenende teilzunehmen.










