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Auf Nummer sicher

Dienstag, 06.04.2021 von Gerd Kamps Auf Nummer sicher

Ein genauer und gut funktionierender Rundtisch mit geringen Materialkosten

Einen exakten und dabei noch extrem günstigen Rundtisch kann man aus einem Heckscheibenwischermotor eines PKW selbst bauen. Allerdings werden eine Drehmaschine und eine Fräsvorrichtung dafür benötigt.

Ich verwendete das Gehäuse, Schnecke und Schneckenrad einen 1986er Ford Escort vom Schrottplatz – Motoren anderer Fahrzeuge dürften aber genauso geeignet sein. Die Maße müssen halt entsprechend angepasst werden. Für einen solchen Motor bezahlt man üblicherweise 5 bis 10 Euro, die Kosten halten sich also in Grenzen.

Zunächst wurde der Motor auseinandergebaut und die Wicklung und der Anker vorsichtig von der Welle getrennt. Das Gehäuse wurde dann mit der Öffnung nach unten aufgespannt und die vorhandenen Zapfen mit Gewinde auf die gleiche Höhe gefräst. Die Zapfen sollten hierbei bis auf den Gehäuserand abgefräst werden, um eine gute Auflage zu erhalten. Der bei diesem Motor rechts befindliche Zapfen wurde überfräst und mit einem Distanzstück auf die Höhe der übrigen Zapfen gebracht. Die Bohrungen im Gehäuse werden dann (nun befindet sich die Öffnung oben) auf die Basisplatte übertragen, gebohrt und das Gehäuse dann auf der Platte festgeschraubt.

Nun wird das Gehäuse so gespannt, dass die Schneckenspindel senkrecht steht. Hier werden die Befestigungszapfen und die Stege bis zum Rand abgefräst. Anschließend die Stege bis zur zweiten Ebene fräsen und diese Ebene sauber fräsen, da hier später der Teller der Schneckenspindel aufliegt. Das Schneckenrad wird in einer Hilfsaufnahme bearbeitet. Der Führungszapfen wird mit etwas Übermaß am Durchmesser mit dem Schneckenrad mit sechs M3-Schrauben verschraubt. Anschließend wird der Führungszapfen fertig bearbeitet und gleitend in die Oberplatte eingepasst.

Der Drehteller wird nach Bedarf und den Gegebenheiten gefertigt. Der von mir angefertigte hat einen Durchmesser von 100 mm und eine Dicke von 20 mm.

Die Schneckenspindel wird mit einer Stahlscheibe versehen, die nach dem Hartlöten mit Silberlot so bearbeitet wird, dass diese genau parallel und winklig mit der Spindel läuft. Das ursprüngliche Kunststofflager für die Spindelachse im Gehäuse wird durch eines aus Messing ersetzt. Das Spindelspiel muss mit dem Spindelhaltezapfen ausgeglichen werden.

Der Skalenring muss etwas straff sitzen und wird mit 40 Teilstrichen versehen. Der Drehteller erhält 90 Teilstriche, jeder fünfte wird dabei etwas länger ausgeführt. Vor dem Zusammenbau werden alle Teile gesäubert und die beweglichen Teile und Gleitflächen eingefettet.

Die Konstruktion des Rundtisches kann je nach vorhandenem Material und den persönlichen Bedürfnissen natürlich entsprechend abgewandelt und angepasst werden.

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