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Der Dremel als Supportschleifmaschine

Donnerstag, 15.04.2021 von Günter Willinger Der Dremel als Supportschleifmaschine

Die Idee dieses Universalmaschinchen auf der Drehmaschine zum Schleifen einzusetzen hatte ich schon vor längerer Zeit. Anwendungsfälle kennt ja jeder, und wenn man die Möglichkeit einmal hat, findet man immer wieder neue Ideen. Dann stolperte ich im Heft 1/2017 der MASCHINEN IM MODELLBAU über den interessanten Beitrag von Rémy Hecht. Als eine andere Möglichkeit für die gleiche Anwendung stelle ich die von mir vor längerer Zeit realisierte Konstruktion vor.

Bei den Überlegungen, wie man das Ding einigermaßen stabil an der Drehmaschine aufnehmen kann, nahm ich eine Anleihe bei dem Dremel-Zusatzgerät „Oberfräse“. Dort wird der Dremel in einer ähnlichen Halterung, jedoch aus Kunststoff, befestigt. Kunststoff erschien mir nicht stabil genug, und als Produkt aus den USA sind natürlich alle Maße und Teile aus der Zollwelt. Eine direkte Verwendung schied auch wegen der lästigen Umbauarbeiten, wenn das Ding an die Drehmaschine soll, aus. Allerdings war erkennbar, welche zylindrischen Flächen des Dremelgehäuses verwendbar sind. Etwas Ähnliches, nur robuster und aus Metall schien mir als gangbarer Weg.

Der zweite Gesichtspunkt war die Befestigung an der Drehmaschine. Nur wenn die Umrüstung einfach und exakt möglich ist, verwendet man die Dinge auch, ohne erst an Alternativen bei der Bearbeitung zu denken. Ausgehend vom Schnellwechselstahlhalter, den ich an meiner Drehmaschine verwende, sollte die Halterung für den Dremel direkt an dem Grundkörper befestigt werden. Die wenigen Einsätze, die ich besitze, sind ja immer mit Drehlingen bestückt, und in der Höhe eingestellt. Ist die Halterung für den Dremel ähnlich wie bei einem Drehling und wird im Einsatz gehalten, ist wiederum Justierarbeit angesagt.

Somit waren die Grundlagen für die Konstruktion klar, und nachdem die Gedanken zu Papier gebracht waren, ging es ans Späne machen.

Zuerst fräste ich aus Baustahl einen Einsatz, der auch die gleiche Höheneinstellung wie die anderen Einsätze besitzt. Dadurch kann der Dremel wie jedes andere Werkzeug ohne viel Justierarbeit in Position gebracht werden.

Die Befestigungsteile für den Dremel (Teile 1 bis 4) sind aus 10-mm-Aluminium gefräst worden. Die Rundungen mit 51 mm und 46,5 mm Durchmesser habe ich am Drehtisch gefräst. Man könnte die Teile auch auf der Planscheibe fassen und die Ausnehmungen auf der Drehmaschine herstellen. Teil 2 und 4 sind mit der Basis mittels M5-Senkschrauben befestigt. Die Teile 1 und 2 sowie die Teile 3 und 4 werden mit M4-Gewindestangen und Muttern zusammengespannt.

In der Praxis machte ich die gleiche Erfahrung mit dem Längsspiel der Spindel wie Rémy Hecht, die Abhilfe war ebenfalls eine Beilage zum ersten Kugellager.

Die Zeichnung soll Anregung sein. Die Maße sind an meine Bedingungen angepasst. Ich bin jedoch sicher, dass die Bastelfreunde der MASCHINEN-IM-MODELLBAU- Gemeinde falls sie an einen Nachbau denken entsprechende Anpassungen an ihre Gegebenheiten ersinnen werden.

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