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Speichererweiterung

Donnerstag, 10.06.2021 von Carsten Herrmann Speichererweiterung

… und Verkürzung der Zugriffszeit bei Kleinteilen

Ein richtiger Modellbauer kann ja bekanntlich alles gebrauchen, hat davon nie genug und immer eine viel zu kleine Werkstatt. Das muss nicht so bleiben. Vielmehr: Das schon Vorhandene kann man besser nutzen.

Es müssen Millionen (oder wenigstens Dutzende) von Klein- und Kleinstteilen untergebracht und bei Bedarf natürlich auch wiedergefunden werden, oftmals nur ein oder zwei Stück von einer Sorte. Also werden Sortimentskästen und -magazine angeschafft. Doch bald stellt sich heraus, dass man in den Sortimentskästen fast nur die gute Werkstattluft lagert. Um Platz zu sparen, beginnt man, die Fächer zu teilen, zusätzlich Tütchen hineinzulegen oder verschiedene Sorten zusammen unterzubringen. Und wenn dann alles seine Ordnung gefunden hat, taucht wieder etwas Neues auf und man braucht mittendrin Platz für weitere Sorten. Jetzt beginnt das große Kästchenrücken und Umsortieren.

Ich war es leid, ständig umzuräumen oder in großen „Ablagen“ fortwährend zu suchen, und dachte mir: Es muss doch eine Möglichkeit geben, so etwas einfach, platzsparend ohne großes Hin und Her zu organisieren. Jede Sorte erhält ein eigenes Fach, und doch bleibt die Ordnung flexibel, um vielleicht, wenn nötig oder vorhanden, Informationen gleich mit unterzubringen; kein datenbankgestütztes Lagersystem, eher wie eine Kartei zu handhaben ...

Da fielen mir die alten, nicht mehr benötigten Diskettenarchivboxen ein; und Karton liegt bei mir (nicht nur zum Kästchenteilen) immer herum. Also schnitt ich einen Streifen starken Kartons (ca. 250 g/m², je stärker, desto besser) auf 16×9,5 cm und falzte bei 9,5 cm, brachte rechts und links je eine Klammer am Rand ein – und fertig war eine stabile Tasche mit einer längeren Rückseite, die alle möglichen (Klein-)Teile aufnehmen kann. Wenn man die Seiten leicht zusammendrückt, öffnet sich die Tasche ein wenig und ist gut zu befüllen. Den oberen Rand beschriftet man noch und stellt die Tasche schließlich in die Diskettenbox.

Diese Taschen sind schnell in die richtige Reihenfolge gebracht, lassen sich gut durchblättern und geben einem sofort einen Überblick über die „Vorräte“. Problemlos können später weitere Taschen einsortiert werden. Informationen kann man gleich auf die Tasche draufschreiben oder auf einem Zettel zu den Teilen stecken. Und wenn es doch einmal zu viele oder zu große Teile sind, dann kann man sie ja bequem in eines der vielen (aber jetzt freien) Sortimentsmagazine legen und das auf der entsprechenden „Karteitasche“ vermerken.

Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch gut an die Teile wieder herankommt. Vorbei ist das Gefummel mit viel zu dicken Fingern in viel zu kleinen Fächern: Man lässt die Teile ganz elegant aus der Tasche in die Hand oder auf den Tisch gleiten. Falls man doch mal „auf Montage“ muss, schließlich möchte die „Heimleitung“ seit Wochen schon die Spülmaschine repariert haben, lassen sich die entsprechenden „Karteien“ ohne Probleme an den Ort des Geschehens mitbringen (ich habe das mal mit Sortimentskästen versucht, was stundenlanges Sortieren zur Folge hatte) und im Nu ist der Haussegen wieder im Lot.

Nicht zu verachten ist auch die Tatsache, dass Diskettenarchivboxen abschließbar sind, denn neugierige kleine (Zappel-)Finger haben schon so manches Teil im großen Nirwana verschwinden lassen.

Selbstverständlich ist für eine solche „Teilekartei“ auch jeder andere (Kartei-)Kasten geeignet, wenn man die Maße der Taschen entsprechend anpasst. Als vorteilhaft haben sich allerdings die festen Leitkarten in den Diskettenboxen erwiesen. Sie verhindern ein Umfallen der Taschen, wenn der Kasten nicht ganz voll ist oder die Taschen ungleich dick sind.

Ab jetzt also nie wieder ein „Ich hatte doch ... irgendwo ... ?“, sondern nur noch ein „Ja, richtig! Und sogar in drei Größen!“

 

Tipps für die Karteitaschenherstellung

Je stärker der Karton, desto besser, aber auch desto ungleichmäßiger der Falz, besonders, wenn der Karton gegen die Laufrichtung (Papierfaser) gebrochen wird. Deshalb ist es sinnvoll, die Kartonstreifen vorher zu rillen (nicht anritzen oder anschneiden, das Material soll nicht geschwächt werden). Dazu rollt man mit einem dünnen Rädchen unter mittlerem Druck die spätere Falzlinie an einem (Stahl-)Lineal entlang. Ein Glasschneider mit Hartmetallrädchen und eine Unterlage aus (nicht allzu weicher) Pappe haben sich bei dieser Arbeit bewährt. Für die „Serienfertigung“ klebt man sich auf die Pappunterlage am besten Anschläge für die Kartonstreifen und das Lineal. So werden alle Taschen gleich. Wer zum Nachdrücken des Falzes kein Falzbein hat, kann auch gut eines der abgerundeten Einwegfeuerzeuge verwenden (bei der Lötlampe liegt sicherlich eins).

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