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Ventildrehen für Verbrennungsmotoren

Donnerstag, 17.06.2021 von Kurt Becker Ventildrehen für Verbrennungsmotoren

Ich habe den Eindruck, dass manche Modellbaukollegen eine gewisse Scheu davor haben, Ventile aus dem Vollen zu drehen. Schon öfters habe ich vernommen, dass sie an einen passenden Stift den Ventilteller hart anlöten und dann überdrehen. Das hat aber den Nachteil, dass beim Löten das Material qualitativ schlechter wird und Ventile sind ja mechanisch und thermisch hoch beanspruchte Teile. Dabei ist es doch sehr einfach Ventile aus dem Vollen zu drehen:

Das Material (Edelstahl) mit etwas Zugabe zum Spannen ablängen, dann ein Ende plandrehen und mit Zentrierbohrer anbohren.

 

 

Zunächst nur 10-15 Millimeter Länge auf den erforderlichen Durchmesser abdrehen und erst dann die restliche Schaftlänge unter Zuhilfenahme der mitlaufenden Körnerspitze auf den gewünschten Durchmesser abdrehen.

 

 

Mit Feinschmirgel (800-1.000er Körnung) die letzten hundertstel Millimeter abnehmen und gleichzeitig die Oberfläche versäubern und immer wieder probieren bis der Schaft in die Ventilführung passt. Den Schmirgel nicht mit den Fingern halten, sondern zwischen zwei Planteile (Sperrholz) klemmen. Kontrolle mit dem Mikrometer.

 

 

Dann mit einem halbkreisförmig geschliffenen Formstahl den Übergang von Schaft zu Teller drehen.

 

Anschließend mit einem schartenfreien 45°-Drehmeisel die spätere Dichtfläche andrehen (Bild 3).

Falls erforderlich die Nut für die spätere Anbringung des Sicherungsringes herstellen. Meist ist kein so feiner Stahl vorhanden, dann nehme man eine Puksäge, bringe einen Anschlag, zum Beispiel einen Stellring an, damit man nicht abgleitet, und arbeite mit leichten Sägebewegungen und langsamer Drehzahl.

 

Zum Schluss das Spann-Ende absägen oder abstechen und plandrehen (Bild 9+10).

Fertig ist das Ventil!

 

 

Zum späteren Einschleifen bevorzuge ich feines Siliziumkarbidpulver, welches mit Öl zu einem Brei vermischt wird.

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