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Mittwoch, 30.03.2022 Basteltipps zum Mitmachen für Kinder und Eltern

Modellbau gemeinsam in der Familie zu erleben, ist wohl eine der schönsten Seiten unseres Hobbys. Und natürlich wollen die Kleinen beim Bauen auch tatkräftig mitmachen - VTH-Autor Tom Masselter erklärt, worauf man dabei achten muss.

Spaß für Groß und Klein

Selbstverständlich wollen die Kleinen beim Bauen der Fahrzeuge auch mithelfen und das ist auch prima: denn so hat man Spaß sowohl drinnen beim Bauen als auch draußen beim Fahren. Tatsächlich „können“ die Kinder oft mehr ersten Kind ist das häufig der Fall.

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Ich persönlich halte einen beaufsichtigten Umgang mit echtem Werkzeug für Kinder weitaus sinnvoller als die Beschäftigung mit weitgehend funktionslosem Plastikspielzeug. So lernen die Kinder, dass echtes Werkzeug eben KEIN Spielzeug ist und dass sich damit auch etwas Funktionales herstellen lässt.

Abb. 9: Das Sägen macht bereits den Kleinen Spaß.

Nebenbei fördert es zudem die Augen-Hand-Koordination und den Sprachschatz – welcher Zweijähriger kann sonst schon das Wort „Inbus-Schraube“ sagen und auch noch zuordnen. Im Folgenden habe ich ein paar Tipps für Kinder und Eltern zusammengestellt, damit der Mitmach-Eifer nicht zum Keine-Lust-Mehr-Frust wird.

Sägen

Oft wollen die Kinder direkt mit sägen (siehe: Abb. 9). Klar: Eine Säge macht ein schönes Geräusch und es entsteht neben einem Schlitz auch lustiger „Staub“. Jedoch ist Sägen für Kinder bis circa fünf Jahre bei Metall definitiv zu schwierig und auch zu langwierig. Und auch bei Holz ist eine Mithilfe der Kinder eher schwierig und vor allem gefährlich wegen der großen Zähne der Holzsäge.

Als Alternative kann man aber bei Kindern ab circa drei Jahren unter Aufsicht die Kleinen das Holz mit der Metallsäge schneiden lassen – wenn das Ergebnis nicht Hundert Prozent genau sein muss. Das Ganze dauert dann zwar länger, aber die Metallsäge bleibt nicht so leicht im Holz stecken und die Kinder benötigen nicht so viel Kraft.

Abb. 10: Links sieht man die Sägeblätter zweier Metallsägen. Diese können unter Aufsicht für Kinder ab circa drei Jahren geeignet sein. Die Holzsägen auf der rechten Seite sollten aufgrund ihrer größeren Zähne eher von älteren Kindern verwendet werden.

Die Kleinen sind in der Regel dann richtig stolz auf ihre selbstgesägten Holzteile, auch wenn die Schnitte dann teils vom Papa („Machst Du weiter?“) fertig ausgeführt wurden. Größere Kinder können dann auch schon Sägen mit größeren Zähnen benutzen (siehe: Abb. 10).

Schleifen und Feilen

Ähnlich wie beim Sägen sollte auch hier – abhängig vom Alter des Kindes – eher auf die Holzraspel verzichtet werden. Holz feilen kann man auch gut mit der Metallfeile. Das macht den Kindern meist genauso viel Spaß und ist vom Sicherheitsrisiko so gut wie unbedenklich.

Bohren

Oft reicht es schon, wenn die Kinder den Knopf des vom Elternteil gehaltenen Akkubohrers drücken dürfen. Wer eine Tischbohrmaschine hat, macht den Nachwuchs stolz, wenn er oder sie dann das Drehkreuz bedienen darf. Gut angelegtes Geld für kleine Bohrwillige ist eine manuell angetriebene Handbohrmaschine (siehe: Abb. 11).

Abb. 11: Eine Handbohrmaschine ist perfekt geeignet für erste Bohr-Erfahrungen der Kinder.

Hier kann das Kind die Maschine weitgehend gefahrlos auch mal selbst bedienen, da der Antrieb nur über die Kurbel geht. Damit können erste Löcher in Holz gebohrt werden. Jedoch sind dabei eher Metallbohrer mit einem Durchmesser ab 5 mm zu verwenden. Kleinere Bohrer brechen zu leicht ab und sind auch eher zu spitz.

Schrauben

Muttern auf Gewindestangen und Schrauben aufzudrehen, wird schnell zum beliebten Spaß bei den Kleinen. Beim Eindrehen von Holzschrauben sollten – wie generell auch sonst – die Löcher vorgebohrt und die Schrauben einige Windungen eingedreht werden. Dann können die Kleinen soweit es geht, weitermachen.

Das klappt besser als man denkt: Ich war selbst erstaunt, dass ein Fünfjähriger bereits ausreichend Kraft besitzt um 4-mm-Senkkopfschrauben mit dem Kreuzschlitzschraubenzieher bis zum Anschlag ins Holz zu drehen (siehe: Abb. 12)!

Innen- und Außensechskantschrauben sind für kleinere Kinder auch prima, weil es hier nicht auf den achsenparallelen Anpressdruck ankommt.


Abb. 12: Es wird fleißig geschraubt.

Demontage

Das Auseinanderbauen macht Kindern besonderen Spaß. Bereits ein Dreijähriger hat Freude daran die vorgelösten Schrauben mit der Ratsche abzuschrauben (siehe: Abb. 13).

Aber alles hat natürlich seine Grenzen: Es versteht sich von selbst, dass Arbeiten an der Drehund Fräsbank sowie an elektrischen Sägen oder der Flex für Kinder tabu sein sollten – die Verletzungsgefahr ist dabei viel zu groß!

Abb. 13: Das Abratschen von Schrauben ist eine prima Zeitbeschäftigung!

Aufkleber

Mein Tipp: Holen Sie sich ein paar schöne Motive oder zeichnen Sie eigene und lassen das Kind dabei auswählen und mitgestalten. Je nach Komplexität der Motive ist ein professionelles Grafikprogramm (wie beispielsweise Photoshop, etc.) unerlässlich (siehe: Abb. 14).

Persönlich empfehlen kann ich selbsthaftende, bedruckbare Klebefolien im Din-A4-Format, die UV-beständig und regenfest und daher auch für den Außeneinsatz geeignet sind. So zum Beispiel die Herma „Outdoorklebefolie“ Nr. 9500. Das Fahren mit einem auf diese Weise selbst gestalteten Fahrzeug macht gleich nochmal mehr Spaß!

Eine weitere interessante Option sind auch Klebefolien wie sie für das Folieren von Autos verwendet werden. Denn diese Folien sind sehr dehnbar, sodass auch komplexere Formen faltenfrei und bündig umschlossen werden können. 

Abb. 14 zeigt einen selbst gestalteten Sticker-Bogen
für die Planierraupe, deren Bau im Buch beschrieben wird.



Skizzen

Zeichnen Sie den Kindern auf, was Sie gemeinsam bauen wollen, dann können Sie mit ihren Kindern die verschiedenen Schritte gemeinsam planen und überlegen welche Tätigkeiten die Kinder ausführen können.

Eine interessante Ergänzung zum Skizzieren ist das Bauen der Fahrzeuge im verkleinerten Maßstab mittels Technik Klemmbausteinen, das macht Kindern Spaß.

Anzeichnen

Die Kinder wollen oft auf dem Werkstück herummalen. Lassen Sie die Kinder etwaig benötigte Linien und andere Markierungen mit Bleistift (auf Holz) oder wasserfestem Stift (auf Metall) anbringen. So wird das Gefährt nochmal mehr auch zum Werk der Kinder.

Und noch ein Tipp

Von manchen Materialien sollte man direkt mehr kaufen, um später etwas Geld zu sparen. So sollte man beispielsweise bei M10-Muttern oder Stoppmuttern eher die Packung mit zwanzig Stück oder mehr erwerben als sie einzeln zu kaufen.

Aber Vorsicht vor Mogelpackungen! Denn manchmal sind die Einzelteilpreise in großen Packungen teurer als in den kleineren.

Ausrüstung der Kinder

Werkhandschuhe sind bereits für Kinder ab vier Jahren im Handel zu erwerben. Diese passen aber häufig auch schon Dreijährigen. Werkhandschuhe eignen sich vor allem bei der Arbeit mit öligen und fettigen Werkstoffen sowie spitzer Teile wie beispielsweise Drahtbürsten oder Ritzel. Im Fachhandel sind solche Handschuhe bereits ab ungefähr fünf Euro erhältlich.

Draußen sollten die Kinder bei „schnell“ fahrenden, motorisierten Fahrzeugen über 10 km/h und bei Fahrzeugen mit gelagerten Rädern unbedingt einen Helm tragen! Knieund Ellbogenschützer sowie Handschuhe sind zudem auch kein Fehler.

Ein Bobby-Car mit kugelgelagerten Rädern bollert nicht einfach mehr so gemächlich dahin, sondern kann am Berg mühelos Geschwindigkeiten über 30 km/h erreichen. Deshalb heißt es bei jedem Fahrzeug: Safety First!

Wie man das am Ende des Tages bewerkstelligt, ist dann jedem selbst überlassen. Natürlich gibt es auch Profi-Rennkombis für Kinder, aber dann wird’s schnell teuer…

 

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