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Unsere Beiträge

Mittwoch, 06.07.2016 von Christian Kamp 25. Badweiher Hock Sankt Peter

Anfang Juli lag Post vom MSK Sankt Peter mit einer Einladung zum 25jährigen Jubiläum des Badweiher Hock in unserem Postkasten. Für mich war aber schon Wochen vorher klar, da fahren wir wieder hin. Ich war die Jahre zuvor auch dort und hatte immer nur Spass an der Veranstaltung. Seit 2013 fährt meine Frau nun auch mit und sie sagte mir auch dieses Jahr wieder zu. Da uns die Jungs und Mädels vom MSK schon länger kennen, gab es ein großes Hallo bei unserer Ankunft. Auch war schon einiges an Modellen, Hafenanlagen, Modell- und Versorgungszelten aufgebaut.

Alle Modelle wurden am Freitag noch im Schiffszelt untergestellt, um den Aufbau und das Treiben am See nicht zu behindern. Als um ca. 19 Uhr alles fertig aufgebaut war, gab es für die Helfer und besonderen Gäste noch ein Abendessen. Danach wurde sich gemütlich am Bierbrunnen getroffen und über das vergangene Jahr und die daraus entstandenen Projekte gefachsimpelt. Ein kurzes Nachtfahren im voll beleuchteten Hafen war bei Einbruch der Dämmerung mit einigen Modellen schnell im Gange. Samstag um 8 Uhr gab es für alle Helfer und Freunde, die schon eine Nacht vor Ort verbracht hatten, Frühstück mit Hafenblick. Herrlich, so könnte ich jeden Samstag Morgen verbringen! Zu der Zeit trafen auch die Tagesfahrer mit Ihren Modellen ein und füllten schnell Tische, Hafen und das Modellzelt.

Beim Umsehen unter den Teilnehmern stellt man schnell fest, dass nicht nur Kollegen aus Belgien, Frankreich, Niederlande, Österreich und der Schweiz, sondern auch Freunde aus dem hohen Norden Deutschlands gekommen waren. Die Jungs hatten 2012 schon mal den Weg hierher gefunden und waren auch dies Jahr wieder zu dem Spaß eingeladen worden. Die Kollegen der IG Stör-Piraten Neumünster fahren für einen Weg gute 840 km, um das zu erleben. Klasse ist, dass sich so viele Nationen hier einfinden. Nach der Begrüßung ging es richtig los, und die fahrenden Modelle belebten den Hafen. Alle Arten von Modellen waren zu sehen und zu erleben. Dicke Pötte wie das Modell des Schwerlaststückgutschiffes Achtergracht von Olli Seekamp aus Bremen bahnten sich ihren Weg durch die Hafenbecken. Es wurde überall geschleppt, Pontons und Bargen mit Ladegut umgeladen und mit Schlepper und Schubern an andere Liegeplätze verbracht. Die Jungs von der Wasserschutzpolizei fuhren Streife. Es gab Kutter, den Großsegler Gorch Fock, Dampfschiffe und vieles mehr. Eine Hafenbarkasse fuhr im Linienverkehr mit ihren Gästen kreuz und quer durch Hafen und den angrenzenden See. Aber zwischendurch mussten alle anderen Modelle Platz machen. Wenn wir mit bis zu vier Schleppern die riesige Achtergrat von der Kai zogen und dann im Hafen drehten, war meist nicht mehr als 10 cm Platz zwischen den Schleppern und der Pier. Das ganze Schleppmanöver dauerte gut eine halbe Stunde und es war eine tolle Aktion, um den Gästen zu zeigen, dass unsere Modelle nicht nur hübsch aussehen, sondern auch etwas leisten können.

Einige der Schleppmanöver wurden von meinem Freund Jan Ahuis, einem richtigen Schlepperkapitän und Mitglied der IG Stör-Piraten Neumünster, koordiniert. Er selbst fuhr natürlich mit seiner Bugsier 33 bei den Jobs mit. Tja, gelernt ist eben gelernt. Was für ein Spaß und nicht nur für uns, sondern auch für alle Gäste und Kollegen. Der Große war noch nicht ganz am Pier fest, da tobten alle anderen mit ihren Modellen wieder frei durch den Hafen. Samstag, bei Beginn der Dämmerung, wurden im Hafen und bei den Modellen die Lichter und nautische Beleuchtung gesetzt. So macht uns Hobbykapitänen das ganze Treiben im Dunkeln doch noch mal doppelt Spaß. Gegen 21 Uhr gab es ein Feuerwerk zum 25järigen Jubiläum, welches der Verein selbst arrangiert hatte. Die extra aus dem Umland angereisten Gästen quitierten das ganze mit vielen „Aaaas“ und „Oooos“ und einem schallenden Applaus. Da es keine Nachtruhe oder Sperrstunde in diesem Hafen gibt, ging das Fahren mit zeitweise 20 Modellen auch noch einige Stunden weiter. Meist kehrte zur Mitternacht dann doch Ruhe ein und die letzten Nachschwärmer leerten ihre Gläser und freuen sich auf den Sonntag.

Hier ging es, wie am Samstag auch, nach einem großen Frühstück am See mit dem Treiben im Hafen gleich weiter. Ab 12 Uhr wurde es dann schlagartig voller. Denn das halbe Glottertal kam anscheinend zum Schauen vorbei. Da der Verein sich nie lumpen läßt, war für das leibliche Wohl aller ausreichend gesorgt. Es gab hier nicht nur ein Kuchenzelt mit vielen selbstgebackenen Köstlichkeiten, sondern noch ein Zelt für Salate und einen Eiswagen (bei der Hitze in diesem Jahr gut besucht). Der Angelverein verkaufte frisch am Platz geräucherte Forellen, es gabt eine Getränketheke für antialkoholische Getränke und einem Stand des Fördervereins SV St. Peter, der uns mit Spießbraten, Spätzle und weiteren Leckereien versorgte. Rundum glücklich und satt ging der Sonntag leider viel zu schnell vorüber. Ab 16 Uhr wurde es dann leider schon wieder Zeit, die ersten Kollegen zu verabschieden, meist mit dem Versprechen, im Jahr darauf wiederzukommen, um wieder so viel Spaß zu haben. Wir halfen noch beim Abbau des Hafens, der Zelte und der Großmodelle. Alles muss ja auch fürs nächste Jahr sicher nach Hause gebracht werden. Gegen 19 Uhr gab es für die übriggebliebene Truppe im Ort noch ein deftiges badisches Abendessen. Was für ein toller Abschluss eines tollen Wochenendes in St. Peter.
Meine Frau und ich werden mit Sicherheit auch 2016 wieder dabei sein, um einen schönen Urlaub im Süden mit unseren Modellen und unter Freunden zu verbringen! Auch wenn dann kein Jubiläum ansteht.

Wissenswertes
Der Verein wurde 1988 gegründet und hat 2015 ca. 36 Mitglieder. Bei der Truppe ist es nicht verwunderlich, wenn man sich dort über jeden neuen Modellbauer als Vereinsmitglied freut. Es spiegelt sich eine große Anzahl unterschiedlicher Schiffstypen als Modell im Verein, vom U-Boot bis zum Frachter als Großmodell, wieder. Fahrzeuge jeglicher Art mit Verbrennungsmotoren sind auf dem See nicht zugelassen. Einmal im Jahr veranstaltet der Verein den schon traditionellen Badweiher Hock. Die Veranstaltung findet immer am 2. Augustwochenende statt. An diesen Tagen helfen auch Freunde und Familie dem Verein, die immer größer werdende Veranstaltung zu stemmen.
Das Highlight hier ist aber die Hafenanlage. Diese wurde, das erste Mal am 31.7.1994 aufgebaut. Seitdem wurde sie jährlich erweitert und umgebaut. Der heutige feststehende Teil hat eine Länge von 26 m mit je 7 m Seitenlänge. Der variable Teil der Hafenanlage besteht aus 42 Segmenten, je 1,20 m lang. Je nach Aufbau kann die Hafenanlage theoretisch, inklusive des begehbaren Teils, ca. 190 m laufende Meter Kaje bieten, sie wurde aber noch nie so groß aufgebaut. In den Jahren seit dem Bestehen wurde auch auf der Hafenanlage einiges an Häusern, Schuppen, LKW und Hafenkränen erweitert und modernisiert. Ich denke, dass hier die Bilder aus der Anlage für sich sprechen und zeigen, was dort immer für ein riesen Spielspaß herrscht.
Ein Dank geht hiermit an Alle, die es möglich machen, diese Tage für uns Gäste so zu gestalten!

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