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FMT Blog

Sonntag, 26.04.2020 von Wolfgang Traxler, Autoren-Beiträge zur Corona-Krise Der fachgerechte Einbau von Störklappen

Viele Segler in ARF-Bauweise sind für den Einbau von Störklappen vorbereitet, d.h. der Klappenschacht ist in der Tragfläche eingelassen und mit Folie überspannt.

Der einfachste und von den meisten Herstellern auch vorgesehene Weg zum Einbau der Störklappen besteht nun darin, die Folie über dem Klappenschacht zu entfernen und die Klappe einfach einzusetzen. Die Auflagerflächen des Klappenkastens liegen dann dabei einfach obenauf. Eine optisch und auch wegen der entstandenen Stufe eine aerodynamisch unbefriedigende Lösung. Die wesentliche Aufgabenstellung besteht nun darin, eine optisch ansprechende und aerodynamisch bessere Lösung zu finden. Im Folgenden wird der optimierte Einbau der Störklappen am Beispiel des Bergfalken von D-Power erläutert.

Die Folie über dem Klappenausschnitt wird aufgeschnitten, die Klappe zum Maßnehmen provisorisch eingesetzt und die genaue Lage markiert.

Die Folie wird an den Enden der Klappe eingeschnitten und ein etwa 2 cm Streifen abgezogen. Das Abziehen gelingt leichter, wenn die Folie zuvor leicht erhitzt wurde.

Der Folienstreifen wird zurück geschlagen und mit einem breiten Krepp-Klebeband abgedeckt. Das Abdecken verhindert, dass sich bei den folgenden Arbeitsgängen Staub auf der Klebeschicht der Folie absetzt.

Die Klappe wird eingesetzt und entlang die Beplankung der Auflageflächen etwa 1 mm tief eingeritzt.

Die Klappe wird wieder herausgenommen und die Beplankung mit einem Stechbeitel vorsichtig entlang der eingeritzten Linie herausgearbeitet. Damit wird der Klappenkasten quasi „tiefer gelegt“.

Mit der Schmalseite einer Flachfeile wird die vertiefte Auflagefläche geglättet.

Wenn alles passt, wird die Klappe mit Langzeitharz eingeklebt und in ihrer Lage fixiert. Vorher sollte noch die Funktion der Klappe überprüft werden.

Pro Klappe werden jetzt 3-1,5-mm-Balsastreifen ausgeschnitten. Die beiden schmalen Streifen entsprechen der Breite der Auflagerflächen, der breite Streifen der Breite der ausfahrbaren Lamelle.

Zum Aufkleben der Streifen wird wieder 24h-Harz verwendet. Bei diesem Klebevorgang sollte die Lamelle ausgefahren werden. Das erleichtert die Kontrolle ob Harz unabsichtlich in den Klappenkasten abgetropft ist. Zudem lassen sich so evt. Harzläufer leichter entfernen.

Wenn alles ausgehärtet ist, werden die Balsastreifen sauber verschliffen und der Beplankung der Tragfläche übergangslos angeglichen.

Durch den beim Schleifen entstehenden Druck wird die Lamelle immer ein winziges Stück in den Klappenkasten hinein gedrückt und steht dann trotz nach schleifen danach immer etwas über. Dagegen hilft, die Lamelle auszufahren und so vorsichtig zu überschleifen.

Sind die Schleifarbeiten erledigt wird alles gründlich entstaubt, das Kreppband über der umgeschlagenen Folie entfernt, die Folie zurückgerollt und wieder festgebügelt.

Die Oberseite der Lamelle kann andersfarbig, passend zu evt. anderen Farben am Modell, abgesetzt werden.

Der höhere Arbeitsaufwand hat sich doch gelohnt, oder? Jedenfalls kann sich das Ergebnis sehen lassen.

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