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FMT Blog

Mittwoch, 09.09.2020 von Volker Schröter LiPo-Kiste selbst gebaut

Im Netz und den einschlägigen Medien wurden in letzter Zeit vermehrt Produkte vorgestellt, um einen eventuellen häuslichen LiPo-Brand nicht zum Gau werden zu lassen. Eine LiPo-Brandschutzkiste lässt sich mit etwas modellbauerischem Geschick jedoch auch selbst herstellen, wie ich im Folgenden zeigen möchte.

Die Planung
Seit 15 Jahren verwende ich LiPo-Akkus und bin vermutlich durch sachgerechten Umgang und gütliche Fügung vor Schaden bewahrt geblieben. Gleichwohl schwingen unter anderem  bei längerer Abwesenheit Gedanken mit, es möge schon nichts passieren. Inspiriert durch meinen Freund Ralf W., der einen Metallkoffer mit Gipsplatten ausgekleidet hat, machte ich mich an die Planung eines für mich geeigneten Nachbaus.
Bislang wurde die Lagerung in Alukisten vorgenommen, wohl wissend, dass es um die Hitzebeständigkeit dieses Materials nicht zum Besten bestimmt ist. Da die Kisten aber nun schon mal da sind, sollte die Auskleidung mit Gipsplatten den angestrebten Sicherheitsgewinn bringen. Bei der Wahl der Gipsplatten fiel meine Entscheidung auf die fermacell Firepanel A1 Brandschutzplatte. Sie ist als nichtbrennbar in der höchsten europäischen Baustoffklasse A1 klassifiziert. Nach der Materialwahl erfolgte die Beschaffung, die sich schwieriger gestaltete als angenommen. Die im Umkreis befindlichen Heimwerker-Fachmärkte haben diese Platte nicht im Sortiment und können sie auch nicht beschaffen. Fündig wurde ich bei einem kleineren Baustoffhändler, für den die Bestellung von zwei Platten (1 m × 1,5 m) offensichtlich kein Problem war. Eine Woche später wechselten Platten und 39,- € die Besitzer und der Bau konnte beginnen.

Los geht’s
Als Räumlichkeit für die Herstellung musste die Garage herhalten. Da der Umgang mit Gipsplatten bekanntermaßen eine staubige Angelegenheit ist, erfolgte zunächst eine Auskleidung mit Folie. Die Zuschnitte selbst wurden auf einer auf Böcken gelagerten Holzpalette mittels einer Stichsäge vorgenommen. Durch die Zwischenräume der Palette lassen sich die Schnitte gut herstellen, ohne dass die Platte zur Seite abkippt. Um die Staubentwicklung in Grenzen zu halten, wurden die Schnitte mit einem Metallsägeblatt und sehr langsamer Geschwindigkeitseinstellung vorgenommen. Zur Unterstützung wurde etwas Pendelhub eingeschaltet. Nach zwei Nachmittagen in der Garage waren die abgebildeten Koffer ausgekleidet.
Die Koffer bestehen jeweils aus einem Boden und einem lose aufgelegten Deckel sowie steckbaren Innenplatten, die durch ihre Passgenauigkeit keiner weiteren Verklebung bedürfen. Für die größeren Akkus wurden jeweils Einzelfächer vorgesehen, damit im Ernstfall keine „Ansteckungsgefahr“ besteht. Meine 5s-Akkus stecken z.B. in 7,5 × 6 × 20 cm großen Fächern, damit auch noch die Kabel seitlich Platz finden. Letztlich muss jedoch jeder selber nach seinen Bedürfnissen die Bemaßung vornehmen.

Anstrich
Die eingangs erwähnten zwei Platten (3 m²) haben locker für die vier abgebildeten Koffer ausgereicht. Nach Beendigung der Bauarbeiten hat sich auch nach gründlichem Aussaugen gezeigt, dass immer ein gewisser Abrieb stattfindet und die Akkus staubig sind. Fermacell bietet keine Grundierung an und verweist in einem Telefonat auf Produkte von Mitbewerbern. Bei einem solchen namhaften Mitbewerber gibt es einen Tiefengrund, der sich mit dem Pinsel schnell auftragen lässt, ein weiteres Stauben unterdrückt und die Platten auch noch etwas verklebt. Ein mehrminütiges Beflammen eines behandelten Reststücks mit einem Gasbrenner führte nach der Grundierung zu keiner Entflammbarkeit.
Mit geringen finanziellen Mitteln, etwas Zeit und modellbauerischem Engagement lässt sich sicherlich ein effektiver Brandschutz erreichen - in der Hoffnung, dass der Worst Case aufgrund der mit dem LiPo-Brand einhergehenden giftigen Rauchentwicklung nicht eintritt. 

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