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FMT Blog

Dienstag, 28.02.2017 von Werner Baumeister Porträt: Agusta Westland AW109 von Heli-Factory

Das Original der Agusta Westland A109 Da Vinci wird seit Längerem von der schweizerischen Rettungsflugwacht REGA eingesetzt. In den Gebirgsregionen der Schweiz, für die die Da Vinci speziell optimiert wurde, sind aktuell 11 solcher Helikopter im Einsatz. Und als ich Ivos Da-Vinci-Modell zum ersten Mal auf dem Modellflugplatz Albions im Grödnertal fliegen sah, fiel es mir schwer, es vom Original zu unterscheiden.

Das Modell steht bereits auf der Startpiste, als ich am Flugplatz Albions ankomme. Der Himmel ist blau, es weht ein mäßiger Nordwind. Der idyllisch gelegene Modellflugplatz ist umrahmt von Bergen, direkt gegenüber sieht man die Villanderer Alm und daneben das Massiv des Ritten, Hausberg von Bozen. Richtungen Norden kann man bis zum Brenner und den Zillertaler Alpen sehen. Eine Urlaubsgegend in Perfektion. Alle zwei Jahre, das nächste Mal Ende August, findet hier ein besonderer Flugtag statt, den ich nur empfehlen kann. Auch Ivos Da Vinci wird da fliegen und die bekannten Helispezialisten aus Bruneck bringen ihre wunderschönen Helis bestimmt wieder mit.

Start per Knopfdruck

Ivo startet per Knopfdruck am Sender die Turbine. Alleine schon das Hochfahren verbreitet einen Scale-Sound, der unter die Haut geht. Selbst ich als überzeugter Alpinsegler-Freak bin begeistert. Gerade dieses Hochfahren der Turbine kann man auskosten, denn es dauert lange genug, um es zu genießen. Ist der Rotor auf Drehzahl, startet Ivo den Helikopter und schwebt langsam in Richtung Grödnertal. Es ist wirklich ein echter Genuss, einen solchen Hubschrauber als Modell fliegen zu sehen. Und schon auf geringe Distanz fällt der Größenunterschied zum Original nicht mehr auf. Die Firma Heli-Factory hat hier ganze Arbeit geleistet. Alles, was irgendwie machbar war, wurde auch eingebaut. Eine funktionale Seilwinde, klappbare Scheinwerfer, voll funktionsfähige Bordinstrumente… Ein Scale-Nachbau vom Feinsten, der natürlich seinen Preis kostet – und ihn auch wert ist. Denn es steckt unheimlich viel Arbeit in einem solchen Helikopter.

Hubschrauber als Lebensretter

Mit dem typischen fauchenden Zischen der Turbine fegt die 24-kg-Maschine über den Platz. Kaum eine Woche später verfolge ich den Einsatz eines ähnlichen Helikopters in Berwang/Tirol. Ein Freund von mir fliegt dort in Reutte als Rettungshubschrauberpilot und wir konnten ihn zufällig bei einer Bergtour im Einsatz sehen. Der Anlass war unangenehm, ein Motorradunfall. Aber gerade das zeigt eben, wie wichtig solche Hubschrauber heute sind. Ohne sie würden viele Menschen nicht mehr leben. Und dass Ivo gerade einen solchen Rettungshubschrauber als Modell ausgesucht hat, liegt nicht nur an der schönen roten Farbe. Gerade die Bewohner der Gebirgsregionen haben ein besonderes Verhältnis zu diesen Fluggeräten und ihren Rettungsmannschaften. Denn gerade im Gebirge gibt es oft keine andere Möglichkeit, an entlegene Plätze zu gelangen, egal ob wegen eines Unfalls oder wegen der Versorgung z.B. einer Berghütte. Auf dem letzten Modellflugtag in Albions kam sogar ein Hubschrauber der dortigen Rettungsflugwacht vorbei und führte eine Windenbergung durch. Diese Jungs sind dort Stars und wurden entsprechend gefeiert. Und das mit Recht.

Ivo Demetz...

... ist schon seit Langem Hubschrauberfan und Mitglied der Modellfluggruppe Curnacins im Grödnertal. Im Winter bringt er die Skier von ganz normalen Skifahrern, aber auch von bekannten Skistars in Form – mit einer sündhaft teuren computergesteuerten Spezialmaschine, die einen halben Werkstattraum füllt. Eine Wissenschaft für sich, die er anscheinend so gut beherrscht, dass die Skifahrer vor „Toni´s Skiservice“ Schlange stehen. Im Sommer arbeitet der gelernte Schreiner in der eigenen Schreinerei, die schon seit Generationen im Familienbesitz ist. Und er ist ein alter Freund, mit dem ich schon viele schöne Touren unternommen habe. Der Da Vinci ist eindeutig die Krönung seiner Leidenschaft. Ob das noch zu toppen ist, wird man sehen (schwierig!), ein neues Projekt ist nämlich bereits in Arbeit. Ich bin gespannt, was da kommt.

Hier geht's zum Videoporträt der AW109.

Technische Daten Modell
Länge: 2,4 m
Höhe: 0,7 m
Rotordurmesser: 2,3 cm
Abfluggewicht: 24 kg
Leistung Turbine: 6 kW
Maßstab: 1:4,85
Turbine: Jakadowski 6000
Fernsteuerung: Futaba FX 32
Telemetrie: Jeti

Technische Daten Original
Länge: 12,96 m
Höhe: 3,4 m
Rotordurchmesser: 10,83 m
2 x Pratt & Whitney: 2 x 778 PS
Reisegeschwindigkeit: 235 km/h
Max. Gipfelhöhe: 5000 m ü.M.
Leergewicht: 2.100 kg
Max. Abfluggewicht: 3.175 kg

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