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FMT Blog

Freitag, 09.06.2017 Porträt: Experimental-Modelle von Arthur Leeuwangh

Normal ist langweilig. Darum baut Arthur Leeuwangh Flugmodelle, die anders sind und völlig ungewohnt aussehen. Aber sie fliegen. Meistens jedenfalls. Im Folgenden berichtet er von seinen Experimenten, den Fehlschlägen und den erfolgreichen Fluggeräte-Schöpfungen.

Unbekannte Formen
Meine Fliegerkollegen wissen es: Ich baue leidenschaftlich gerne außergewöhnliche Modelle, solche, die von der üblichen Form abweichen. Ein Flugmodell benötigt zum Beispiel kein Höhenleitwerk (als Nurflügel) oder kann auch verkehrt herum fliegen (Enten-Konfiguration). Viele Formen sind möglich. Fast alles kann fliegen, wenn man die Gesetze der Aerodynamik beachtet.
Außergewöhnliche Modelle zu bauen ist sehr lehrreich, aber auch sehr zeitintensiv. Und es kann auch passieren, dass alle Bemühungen nichts bringen, dass das Gebastelte kaum oder nicht fliegen will. Aber auch das ist lehrreich, es bleibt schließlich ein Experiment. Ein Jammer ist sowas dennoch jedesmal.

Experimente im Kleinen
Ich baue häufig ein Modell zweimal. Warum? Das ist schnell beantwortet: Wenn wegen der eigenartigen Formgebung einer Konstruktion die Schwerpunktlage unklar ist oder wenn sich die Frage nach der Einstellwinkeldifferenz stellt. Dann baue ich erstmal ein kleines Modell. Ungefähr 20x30 cm groß. Als Material für die kleinen Modelle reicht 1,5-mm-Balsa oder 3-mm-Depron. Die Kosten sind zu vernachlässigen, Materialreststücke hat man ja auch herumliegen. Mit solchen Modellen kann dann experimentiert werden. Im Allgemeinen liefert das schon einen guten Eindruck von den Flugeigenschaften. So zeigt sich, ob es sich überhaupt lohnt, ein zweites, größere Modell zu bauen.

Beispiele der so entstandenen Modelle finden sich in der Bildergalerie dieses Artikels, etwa mein spezieller Nurflügel, dessen Richtungsstabilitätsprobleme schon im Kleinen erkennbar waren. Oder mein zusammenfaltbares Elektromodell, das man in einem Behälter transportieren kann. Die kleinere Version war schon sehr flugstabil, der größere Bruder auch.
Ein anderes Beispiel ist mein fliegendes Schiff, ein Dreimaster mit insgesamt acht Flügeln. Natürlich gibt's auch einen Propeller hinten für den Antrieb. Die kleine Version flog sehr gut, die große hat jedoch Probleme mit der lange CFK-Antriebsachse, die schnell bricht. Auch ist die Richtungsstabilität eher problematisch. Also nur teilweise erfolgreich.

Gescheiterte Versuche
Selbstverständlich gibt es bei diesen Experimenten auch Enttäuschungen. Ein Modell, das in beide Richtungen fliegen können sollte, war kein Erfolg. In der normalen Richtung flog es ohne Probleme, aber nach dem Umkehren der Flügel (das ging noch gut) ergaben sich Probleme mit der Flugstabilität. Ein anderes, asymmetrisches Modell (mit einer linken Nurflügelfläche, rechts ein Ringflügel mit S-Schlag-Profil) ist nicht weiter gekommen als das kleine Versuchsmuster.

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