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FMT Blog

Montag, 12.12.2016 von Reinhard Schott, DAeC-Prüfer Porträt: Kamow Ka-32 von Matthias Strupf

Das Original der Kamow Ka-32 hat seine Wurzeln in einem bordgestützten U-Boot-Jäger der Roten Armee. Daraus entwickelte man einen mittelschweren Zivilhubschrauber, der heute als zuverlässiges Arbeitsgerät in vielen Ländern der Welt geschätzt und eingesetzt wird. Mit seinem Koaxial-Rotor bewegt er bis zu 5 Tonnen Nutzlast, bei einer Leermasse von knapp 7 Tonnen. Seine Robustheit und Zuverlässigkeit wird von den Nutzern weltweit geschätzt.

Matthias Strupf, der das Modell der Ka-32 entwickelt hat, baut es auch zum allergrößten Teil in seinen Geschäftsräumen selbst. Angefangen bei der sehr genau detaillierten Zelle, über Fahrwerk und Getriebe bis hin zum Rotormast und den Rotorköpfen der beiden Koaxial-Rotoren entsteht alles bei ihm oder zumindest unter seiner Aufsicht. Betrachtet man den weit nach oben gehenden Rotormast, ahnt man den Aufwand, der betrieben werden muss, um das ganze Rotorsystem zu einem sauberen und vibrationsfreien Rundlauf zu bringen, der auch nach vielen Betriebsstunden noch vorhanden ist.



Bei einem Maßstab von etwa 1:6 zum Original hat das Modell 2,5 m Rotordurchmesser, eine Rumpflänge von ca. 2,3 m und ist respektable 1,2 m hoch. Beginnt der gegenläufige Koax-Rotor sich zu drehen, hat der Betrachter schon etwas Not, sämtliche Bewegungen zu erfassen. Ist das System aber auf Betriebsdrehzahl und hat sich stabilisiert, fasziniert der Anblick nicht nur Technikbegeisterte.
Die erforderliche Leistung wird aus einer Pahl-Taurus-Turbine bezogen, die immerhin 12 kW bei 125.000 1/min an die erste Getriebestufe abgibt. Letztendlich heben dann 2 x 3 Sitar-Rotorblätter aus CFK fast 31 kg maximale Abflugmasse in die Luft. Eine der vielen Besonderheiten eines Koaxial-Rotors ist die Belastung der unteren Blätter, da sie vom Abwind des oberen Rotors zusätzlich beaufschlagt werden – mal ganz einfach ausgedrückt.
Ein anderes Merkmal der Kamow sind die beiden Seitenruder, welche nicht nur Scale-Attribut sind, sondern aktiv zur Steuerung des Helikopters herangezogen werden. Auf der Steuerungsseite setzt Matthias auf Futaba. Sowohl das RC-System als auch fast alle Servos stammen aus diesem Hause.
Wie bei allen Helikopter-Modellen mit einer Abflugmasse von mehr als 25 kg ersetzen Berechnungen den bei Starrflüglern üblichen Belastungstest mit Sandsäcken. Das Lufsportgerätebüro des DAeC hat dazu, in Zusammenarbeit mit seinen Prüfern und externen Fachleuten, umfangreiche Unterlagen erarbeitet, die den Erbauern solcher Modelle bei Bedarf zur Verfügung stehen.
Das außergewöhnliche Aussehen des Modelles und seine Zuverlässigkeit hat es mit dem Vorbild gemeinsam. Genau wie dieses ist es weit über die Grenzen seines Heimatlandes hinaus bekannt, schließlich fliegen Exemplare in Russland, im fernen Osten und sogar eines auf der anderen Seite der Erde in Neuseeland.
Mit den Abnahmeflügen im Rahmen der Zulassung hat der Nachbau der Heliswiss-Maschine alle Anwesenden am Flugplatz Auerbach/Vogtland in seinen Bann gezogen. Abschließend noch ein Dankeschön an die Flugplatzleitung, die bei Zulassungen Platz und Räumlichkeiten zu Verfügung stellt und an die Landesdirektion Dresden, welche die Aufstiegserlaubnis erteilt und damit für alle eine rechtssichere Grundlage schafft.


 




 

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