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FMT Blog

Montag, 18.07.2016 Report: Holzwurmtreffen in Röttingen

Die echten „Holzwürmer“ sterben langsam aus – so die Unkenrufe mancher Zeitgenossen. Ich behaupte, sie vermehren sich sogar! Zumindest treten sie in manchen Gegenden wieder gehäuft auf. Hatten wir 2013 nur zwölf Teilnehmer, so fanden am 12./13. September 2015 über dreißig den Weg nach Röttingen. Alle, die im Vorjahr dabei waren, kamen wieder. Und dazu viele neue Gesichter, darunter auch Vater und Sohn Klotzbach von KHK und Peter Barth von FMBB. Auch Petrus war den Holzwürmern wohl gesonnen und schickte Traumflugwetter.

Was dann aus Kombis, Vans und Anhängern ausgeladen wurde, zeugte wirklich von der hohen Schule des Holzmodellbaus. Besonders die Fraktion der Oldtimersegler war stark vertreten, dementsprechend viel zu tun hatte der Vereinsschlepper, eine 1:3-Bellanca (natürlich aus Holz). Als echte Herausforderung erwies sich der Rhönsperber im Maßstab 1:2 von Klaus-Peter Ebert – ein Traum aus Sperrholz. Die 7,6 m Spannweite und 24,8 kg mit dem Stirnwiderstand einer Haustüre nötigten dem Schlepppiloten Philipp Gura anfangs etwas Respekt ab, aber mit jedem Flug wuchs die Routine und  gemächlich wie das Original ging der Rhönsperber, pilotiert von Chris Ebert, auf Thermiksuche. Ein Highlight ganz anderer Art war der „Flitzer“, ein Jet-Projekt der ehemaligen Luftwaffe aus den 1940ern, das aber nie realisiert wurde. Jedenfalls zeigte das Modell von Wilfried Prommer wesentlich gutmütigere Flugeigenschaften als so manches Original aus dieser Zeit.
Der Querschnitt der anwesenden Modelle entsprach dem oft zitierten fliegenden Luftfahrt-Museum. Eine Bleriot fehlte ebenso wenig wie Bücker Jungmeister, Waco, PZL Dromader, Beech C 18 oder Stinson Reliant. Doch nur vom Fliegen und von Balsastaubgesprächen wird bekanntlich keiner satt. Und so traf sich die Truppe samstags vor zwölf Uhr (ist eigentlich Nonsens!) zum Weißwurstessen und abends im Vereinshaus auf eine fränkische Brotzeit mit Federweißem. Eine Nachtflugeinlage durfte natürlich auch bei  einem Holzfliegertreffen nicht fehlen: Für Beifall sorgte der fast lautlose Flug des ellipsenförmigen Nurflüglers von Hartmut Blesch. 12-m-LED-Band in mehreren Farben zauberten dessen ungewöhnliche Konturen an den Nachthimmel. Bei nahezu Windstille schlug am Sonntag die Stunde der Antik,-und Oldtimermodelle. Beim Blick zum Himmel fühlte man sich fast in die 1920er/30er Jahre auf der Wasserkuppe versetzt. Fliegen bis zum Abwinken war angesagt und selbst weitgereiste Teilnehmer wie Mitinitiator Jürgen Assmann oder unsere Schweizer Freunde hatten es gar nicht eilig mit der Abreise. Unisono waren alle der Meinung, diese Treffen für Semiscale- und Antikmodelle in Holzbauweise beizubehalten; der Teilnehmerzuwachs jedenfalls gibt Anlass zur Hoffnung! Termine für 2016 sind in Vreden für Mai/Juni und für Röttingen wieder im September geplant. Der genaue Zeitpunkt ist dann auf den jeweiligen Vereins-Homepages zu finden.

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