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FMT Blog

Donnerstag, 22.10.2020 von Lothar Beyer Retro RC-1-Freundschaftsfliegen in Kärnten

Wie in ganz Europa wurden in Österreich aufgrund der Corona-Pandemie Aktivitäten eingeschränkt und Veranstaltungen abgesagt. Diese Beschränkungen machten bei der österreichischen RC-1-Retroszene keine Ausnahme. Auch der lange geplante Wettbewerb im Juli fiel ihnen zum Opfer. Trotz dessen entstanden neue Modelle und bestehende wurden weiter verfeinert. Zudem lud der MFG Rosental kurzfristig zu einem Retro RC-1-Freundschaftsfliegen ein.

Das Treffen sollte das Retrojahr 2020 mit einem würdigen Abschluss beenden. Zudem hatten die meisten Besitzer ihre Modelle bereits auf das neue Flugprogramm des Vereins eingeflogen und wollten dieses nun präsentieren.

Das gemeinsame Fliegen am 3. Oktober stand jedoch unter keinem guten Stern: Ein Orkantief mit sintflutartigen Regenfällen und Windgeschwindigkeiten von 40 bis 50 km/h ließ einen geregelten Flugbetrieb unmöglich erscheinen. Trotzdem kam ein gutes Dutzend Retropiloten und Interessierte. Obwohl die Modelle größtenteils am Boden bleiben mussten, gab es nach der langen Pause viel zu erzählen und so einiges auszutauschen. Man fachsimpelte, die neuen Modelle wurden vorgestellt und das eine oder andere begehrenswerte Retro-Material wechselte den Besitzer. Zwar schwächte der Orkan um die Mittagszeit ab, jedoch wurde der Regen umso stärker – sodass ein Fliegen der Modelle dann zwar möglich, aber schwierig war.

Interessantes aus der Szene

Die RC-1-Retroszene bekam 2013 mit der Curare von Schweighofer neuen Schwung. Ob großartige Eigenbauten auf Grundlage alter Baupläne oder Modelle und Bausätzen von anderen Anbietern – es entwickelt sich eine immer größer werdende Modellvielfalt. Zudem geht der Trend verstärkt zu Methanol-Antrieben, während betriebssichere Elektroantriebe eher die Minderheit ausmachen.

Einstiegs-Modelle

Den einfachsten Einstieg in die Szene erlangt man mit einem der bewährten Bausätze – wie beispielsweise einer Curare von Schweighofer oder einer Supra Fly 60 von Pichler Modellbau. So halfen diese Formate seinerzeit bereits Hanno Prettner nicht nur zum Weltmeistertitel. Er war auch maßgeblich an der Entwicklung dieser Konstruktionen beteiligt. Das zeigt, dass man bereits mit einem 6-zelligen Antrieb ein tolles und vor allem RC-1 retrofähiges Kunstflugmodell bekommt – bei einem vergleichsweise überschaubaren, finanziellen Investment.

Die Schatzhüter

Dann gibt es noch diejenigen unter den Retropiloten, die ihr gesamtes Methanoler-Equipment damals nicht verkauft oder aufgelöst haben, sondern alles fein säuberlich aufbewahrten. In ihren Werkstätten findet man die wahren Schätze des Modellbaus: Ob Modelle, Baupläne, Motoren oder Resonanzrohre. Mit Zubehör aus der Retrozeit können diese Piloten nahezu originale RC-1-Retromodelle bauen. Die größte Not herrscht jedoch bei Resonanzrohren, für die es keine wirklichen Anbieter mehr gibt. Daraus resultierend, werden die guten und bewährten Hatori-Rohre wie Gold gehandelt.

Welcher Antrieb ist der Beste?

Schlussendlich gibt es die Gruppe an Retropiloten, zu der auch ich mich zähle. Diese fliegt vor allem Konstruktionen wie eine Curare mit einem O.S. MAX 55AX oder einen Sultan V mit einem O.S. MAX 65AX. Für diese gibt es eine Reihe alternativer Motoren von O.S. Besonders bewährt haben sich dabei die Typen 9 bis 15 cm³ – obwohl die Motoren mit Seitenauslass keine Pumpe oder Gemischverstellung haben. Trotzdem laufen sie, bis der Tank leer ist, extrem zuverlässig. Ein zu Testzwecken im Sultan V von PAF Modellbau befindlicher O.S. MAX 91 mit Standarddämpfer liefert genauso viel Leistung wie ein 65er O.S. mit Resonanzrohr. Wie früher, dauert es natürlich etwas länger, bis so ein Motor eingestellt ist. Dann lässt er sich aber durch entgegengesetztes Drehen am Spinner problemlos starten.

Veränderungen des Flugprogramms

Das Flugprogramm der RC-1-Retroszene besteht bereits seit 2013 und wurde kaum verändert. Die wichtigste Devise lautet: Kontinuität – denn nur so können wir neue Retro-Piloten gewinnen. Jedoch gab es 2020 ein paar Modifikationen: So wurde der, für Piloten und Punkterichter unbeliebte, Rückenflugkreis herausgenommen und durch die Cobrarolle ersetzt. Der extrem lange Landeanflug wurde auf den eigentlichen Anflug reduziert – dadurch konnte eine weitere Figur, der Hohe Hut, eingebaut werden. Das Trudeln ist jetzt ans Ende gelegt und schließt das Programm harmonisch ab.

Mit meiner Curare habe ich trotz Sturm das Programm einmal vorgeflogen. Dabei bewerteten mich eine Reihe Piloten und Punkterichter. So bekamen die Teilnehmer einen ersten Eindruck bezüglich der Änderungen im Flugprogramm. Aufgrund der widrigen Wetterlage war ich mit Wertungen zwischen 6 und 8 mehr als zufrieden.

Retro-Flugprogramm

  1. Start
  2. Kombinierter Immelmann
  3. langsame Rolle
  4. Turn mit ¼ Rolle auf- und abwärts
  5. umgekehrte Kuban Acht
  6. Drei Loopings gezogen
  7. Cobrarolle mit ½ Rolle auf- und abwärts
  8. Hoher Hut
  9. Zwei Rollen gegengleich
  10. Trudeln 3 Umdrehungen
  11. Landung

Die Figuren sollen in gleicher Entfernung gut sichtbar und mittig platziert geflogen werden. Die Entfernung soll zwischen 140 und 170 Metern liegen. Nach dem Start ist ein Trimmflug gegen die Startrichtung zugelassen. Anschließend an diesen Trimmflug müssen die Figuren in ununterbrochener Reihenfolge und in jeweils vorgesehener Flugrichtung geflogen werden.

Fazit

Trotz Sturm und Regen war das Treffen ein großer Erfolg, denn das Wichtigste wurde erreicht: Man hat sich endlich wiedergesehen und gemeinsam konnte man Pläne für das nächste Jahr schmieden. So ist klar, dass es 2021 mit Sicherheit einen RC-1-Retrowettbewerb bei der MFG Klagenfurt geben wird. Zudem gibt es die Überlegung einen weiteren Wettkampf im Jauntal durchzuführen.

Schnuppert rein!

Jeder interessierte RC-1 Retropilot ist beim MFG Klagenfurt herzlich dazu eingeladen, unverbindlich vorbeizukommen oder am Wettbewerb teilzunehmen. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied!

 

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