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FMT Blog

Sonntag, 13.09.2020 von Werner Baumeister Tipps zur Montage von Hochstarthaken

Der gute, alte Hochstart. Ja, er kommt wieder! Nach vielen Jahren der Dominanz von Elektroantrieben, entdecken derzeit viele Modellbauer den Reiz des motorlosen Flugs wieder – und damit diese klassische Startart. Doch an welche Stelle am Rumpf kommt beim Hoch- oder Flitschenstart der Haken? Wie befestigt man ihn dort, wie muss er geformt sein?

Haken-Position beim Hochstart
Entscheidend für eine gute Ausgangshöhe ist die korrekte Position des Hochstarthakens. Ein guter Anhaltspunkt: Im Bereich von 10 bis 30 Grad vor dem Schwerpunkt sollte er liegen. Durch das versuchsweise Vor- und Zurückverlegen kann man diese Position dann im Detail optimieren. Im Idealfall haben die Segler-Hersteller die optimale Hakenposition bei ihren Modellen erprobt und im Plan angegeben. Für Wettbewerbsmodelle verwendet man gerne auch verstellbare Hochstarthaken, deren Position sich nachträglich in Grenzen anpassen und so an die jeweiligen Gegebenheiten und Geschmäcker anpassen lässt.

Wie befestigen?
Der Hochstarthaken wird bei dünnen Rümpfen oder Modellen, bei denen der tatsächliche Schwerpunkt (vertikal betrachtet) nicht zu weit von der Tragfläche entfernt ist, unten am Rumpf befestigt. Bei dicken Scale-Rümpfen befestigt man je einen Haken links und rechts nahe der Flächen-Nasenleiste bzw. möglichst nahe des tatsächlichen Schwerpunkts im Rumpf, um das berüchtigte Nicken durch den langen Hebelarm zu verhindern. Dazu benötigt man am Hochstartseil eine V-Kupplung mit Doppelring. Der Haken braucht im Rumpf ein stabiles Widerlager. Hier harzt man meist eine nicht zu kleine stabile Holzplatte oder -leiste in den Rumpf und verstärkt sie mit Glasschnipseln oder Matte. Von unten wird dann ein Loch gebohrt und der Haken eingeschraubt. Je nach Modellgröße verwendet man einfache Haken mit Schneidgewinde zum direkten Einschrauben oder solche mit Maschinengewinde. Diese werden dann in eine Gewindebuchse in der Rumpfverstärkung eingeschraubt und eventuell mit einer Mutter gesichert.

Die Hakenöffnung
Man muss darauf achten, dass die Hakenöffnung waagerecht ist oder sich sogar leicht nach unten öffnet, damit sicher ausgeklinkt werden kann. Gerade bauchige Scale-Rümpfe können nämlich durch ihre Form bewirken, dass vermeintlich gerade eingeschraubte Haken in Wirklichkeit hinten wieder nach oben zeigen und so das Ausklinken gefährlich erschweren. Im Handel gibt es sogar Hochstarthaken, die sich ferngesteuert mittels Servo öffnen und schließen lassen. Damit kann man den Ausklinkzeitpunkt selbst kontrollieren. Im Normalfall ist das aber nicht nötig.

Der Flitschenhaken…
… für den Start mit dem Gummiseil (Variante kurze Flitsche) wird möglichst weit vorne unterhalb der Rumpfnase eingebaut, auf jeden Fall aber deutlich vor der Hochstarthakenposition. Als Stabilitätsanforderung an die Montage gilt das Gleiche wie für den Hochstarthaken. Für das Flitschen muss man übrigens nicht zwingend einen Haken verwenden. Man kann auch einfach einen kurzen Stahlstift einkleben oder -schrauben, der eventuell leicht nach hinten geneigt werden sollte. Manche benutzen eine normale Stahlschraube mit Rundkopf. Diese kann man dann auch senkrecht einbauen, da der Kopf den Ring an der Flitsche (hier sollte man keinesfalls nur eine Schlaufe im Seil verwenden, diese kann hängen bleiben!) lange genug vor dem Herausrutschen hält. Manche kleben in den Rumpf ein Messingröhrchen ein, in das dann ein (deutlich dünnerer) Stahlstift gesteckt wird, der am Flitschenseil befestigt wird. Normalerweise scheint das gut zu funktionieren. Ich habe aber auch schon gesehen, wie sich der Stahlstift verkantete und das Ganze dann heftig einschlug. Sieht spektakulär aus…
Bei Scale-Seglern haben wir wieder das Problem, dass der Schwerpunkt mitten im Rumpf liegt und das Modell stark nickt und womöglich dann auch ausbricht. Meist geht es aber auch bei Scale-Seglern problemlos mit einem möglichst weit vorne liegenden Flitschenhaken, zumal man große Scale-Modelle ja oft vom Boden aus flitscht und damit das Nickmoment zusätzlich „abwürgt“.

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