Zum Shop

Freitag, 28.02.2020 Die Wahl ist keine Qual!

Die Wahl des richtigen Modells ist entscheidend für den schnellen Erfolg des Einsteigers. Für das Flugtraining werden zahlreiche Modelle angeboten. Die meisten davon sind auch für den Einstieg wirklich gut geeignet. Einige Grundregeln helfen, das richtige Modell zu wählen.

 

Größe

Je größer ein Model ist, desto ruhiger fliegt es und desto einfacher ist es zu steuern. Aber mit zunehmender Größe steigt auch der Respekt vor dem Modell. Zudem auch das tatsächliche Bruchrisiko bei einer unsanften Landung. Dies resultiert aus größerem Gewicht und aus stärkeren Hebelkräften bei größerer Spannweite.

Je kleiner ein Modell ist, desto unruhiger fliegt es und es reagiert auf Steuerbefehle sehr direkt. Gerade Letzteres ist für den Einsteiger beim Training hinderlich. Jedoch sind bei kleinen Modellen aufgrund des geringen Gewichtes und der kleinen Abmessungen das Bruchrisiko und eventuelle Reparaturkosten geringer – und damit auch die Hemmschwelle beim Piloten.

Hier gilt es also, einen guten Kompromiss zu finden. Dieser ist abhängig von den Vorkenntnissen des Piloten und der Art und Weise, wie er an das Flugtraining herangeht. Fliegen lernen ist vergleichbar mit dem Einüben des Fahrradfahrens oder dem Erlernen eines Musikinstrumentes – wenn es auch deutlich schneller geht wie Letzteres. Wesentlich ist, dass der Pilot bei den ersten Flügen möglichst lange Zeit hat, über die nötigen Aktionen “nachzudenken“.

Das heißt, ein Einsteigermodell sollte zwei grundlegende Eigenschaften mitbringen: Erstens sollte es möglichst langsam fliegen. Zweitens sollte es möglichst eigenstabil in der Luft liegen, um nicht ständig Aktionen des Piloten zu fordern.

 

Elektro-Motorsegler

Der beste Kompromiss ist ein Elektro-Motorsegler mit einer Spannweite von etwa 1 bis 2 m. Seine Steuerung erfolgt über Höhen- und Seitenruder (dient zum Manövrieren des Flugobjektes) sowie über die Motorregelung. Hat ein solches Modell auch Querruder (dient zur Flugsteuerung um die eigene Achse), wird die Steuerung etwas komplexer. Der Antrieb eines Elektro-Motorseglers dient dazu, das Modell auf eine sichere Ausgangshöhe zu bringen. Dort wird der Motor ausgeschaltet und im Segelflug weitergeflogen. Nähert man sich der Erde kann der Motor wieder eingeschaltet und das Modell erneut auf Höhe gebracht werden. Auf diese Weise entstehen relativ lange, trainingsintensive Flugzeiten.

Angehende Piloten, die sich das Modellfliegen autodidaktisch (selbst beibringend ) aneignen möchten, und das nötige Geschick durch vorhergehendes Training am Flugsimulator oder eventuell das Betreiben eines RC-Cars mitbringen, können für die ersten Flüge auch ein Modell mit einer Spannweite bei oder unter einem Meter versuchen. Vorteil: deutlich geringere Kosten.

Ganz ideal ist, wenn beim ersten Motorsegler der Antrieb nicht in der Rumpfspitze untergebracht ist, sondern oberhalb der Tragfläche angebracht ist. (auch Pylon genannt). Bei einer unsanften Landung kann es schon einmal passieren, dass die Rumpfspitze in Mitleidenschaft gezogen wird. Sitzt der Motor oberhalb der Tragfläche, bleiben Luftschraube (Propeller) und Motor dabei unbeschädigt.

Wesentlich besser geeignet als ein Modell aus Balsa- und Sperrholz ist ein solches aus modernem Schaummaterial. Zum einen sind solche Modelle weniger bruchempfindlich und zum anderen sind sie im Fall der Fälle auch leichter zu reparieren. In der Regel sind Schaummodelle bereits herstellerseitig nahezu oder flugfertig gebaut, so dass sich auch keine Baufehler einschleichen können.

Elektro-Motormodell

Ein Elektromotormodell fliegt in der Regel permanent mit eingeschaltetem Motor. Der Flugschüler muss sich gleich von Anfang an zusätzlich zum Steuern von Höhe und Richtung auf die richtige Regelung der Motorkraft konzentrieren. Auch hier sollte ein Elektromotor zum Einsatz kommen, der in Betrieb und Zuverlässigkeit enorme Vorteile gegenüber einem Verbrennungsmotor hat.

Ein Elektro-Motormodell sollte ein Hochdecker (ist wenn die Tragfläche oberhalb des Rumpfes sitzt) sein und eine Spannweite von etwa 1,3 bis 1,5 m haben. Für den Anfang reicht bei solchen Modellen die Steuerung über Höhen- und Seitenruder aus.

 

Segelflugmodell

Auch antriebslose Segelflugmodelle mit einer Spannweite von etwa 1,5 bis 2 m können für den Einstieg verwendet werden. Sie werden mit einer 50 bis 100 m langen Perlonschnur im Handschlepp (eine Technik um das Segelflugzeug auf Höhe zu ziehen) oder mit einem Hochstartgummi auf Höhe gebracht.

Das macht Spaß, die Flugzeiten pro Start sind am Anfang aber relativ kurz. Es ist aber ein ganz besonderer Reiz, in der Auseinandersetzung mit den Naturkräften aufsteigende Luft zu finden und zu nutzen, um die Flugzeit um Minuten oder gar Stunden zu verlängern.

 

Training

Viele Wege führen nach Rom – so heißt es. Auch zum Erlernen des Modellfliegens gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Der Autodidakt sucht sich eine Wiese, wo er auch die notwendige Erlaubnis des Eigentümers hat, um sich dort mit dem neuen Hobby zu beschäftigen. Tipps holt er sich in Fachzeitschriften und im Internet.

 

  1. Gut aufgehoben ist man in einem Modellflug-Verein. Nicht nur dass dort das Gelände für Modellflug genehmigt ist, man kann sich hier auch von den erfahrenen Vereinsmitgliedern Hilfe bei der Wahl des Modells und Tipps zum Fliegen holen. Oft stehen dem Flugschüler Piloten zur Seite, die ihn bei seinen ersten Flügen unterstützen.

 

  1. Ein sehr effektiver und schneller Weg ist der Besuch einer Modellflugschule. Hier schulen erfahrene Fluglehrer in ein bis zwei Wochen bis zum selbstständigen Fliegen. Adressen von Flugschulen findet man im Internet oder bekommt sie beim Fachhändler.

 

Fliegen am PC

In allen Fällen ist es sehr hilfreich, zuvor mit einem Modellflug-Simulator am heimischen PC geübt zu haben. Ein guter Simulator kostet nicht viel – einige stehen sogar kostenlos zum Download.

Ein Simulator ist eine sehr gute Investition, die sich beim ersten kräftigen Crash (im virtuellen Training) schon gelohnt hat.

 

Lehrer/Schüler-System

Mit den meisten Fernsteueranlagen ist das Fliegen im so genannten Lehrer/Schüler-System (L/S) möglich. Dabei werden zwei Sender mit einem Kabel miteinander verbunden. Auch kabellose Systeme sind mittlerweile im Angebot einiger Fernsteuerhersteller.

Der Lehrerpilot kann jederzeit, zumindest aber in einer kritischen Situation, die Steuerung des Modells übernehmen. Mit dem Betätigen eines Schalters entscheidet er, ob der Schüler oder der Lehrer das Modell steuert. Oft besteht auch die Möglichkeit, dem Schüler bei Beginn des Trainings nur einzelne Steuerfunktionen zu übergeben oder diese in ihrer Wirkung zu reduzieren.

 

Wo kaufe ich ein?

Flugmodelle und Zubehör sollte man im Modellbau-Fachgeschäft kaufen. Dafür sprechen folgende Gründe:

- Im Fachgeschäft bekommt man Modellbauartikel von Markenanbietern.

- Die Kartons können vor dem Kauf geöffnet und zusammen mit dem Händler begutachtet und auf Vollständigkeit überprüft werden.

- Die Verkäufer haben in der Regel gute Erfahrungen, was ein Einsteiger benötigt.

- Der Fachhändler kann viele Fragen selbst beantworten oder auch kleinere Probleme direkt vor Ort klären.

- Die Ersatzteilversorgung vor Ort ist gesichert.

- Die Abwicklung von Service- und Garantie-Ansprüchen ist geregelt.

- Viele Modellbau-Fachhändler bieten Unterstützung bei den ersten Flugversuchen oder vermitteln diese.

- Sie wissen, wo man den nächsten Modellbauverein findet.

Sicher gibt es etliche Versandhändler, die den vorgenannten Service auch bieten. Jedoch ist gerade die Beratung von Einsteigern und deren Unterstützung über das Telefon natürlich ungleich schwieriger.

 

Welche Marke?

Flugmodelle und Zubehör stammen von Markenanbietern! Die Vorteile, Produkte von Markenanbietern zu kaufen, nutzen insbesondere auch Einsteigern:

Man darf bei diesen Firmen davon ausgehen, dass die Produkte auf Einsatztauglichkeit getestet sind und vor der Auslieferung einen Qualitätscheck durchlaufen haben. Der Benutzer erhält flugfähig eingestellte Fertigteile und eine deutschsprachige Bedienungsanleitung. Es gibt einen Firmen-Service, oft eine Hotline, die mit Rat zur Seite steht. Markenanbieter liefern Ersatzteile zu ihren Produkten – ein sehr wichtiger Punkt. Und die Garantie- und Gewährleistungsansprüche sind geregelt. Wer ein verlässlicher Markenanbieter ist, sagt Ihnen der Fachhändler.

Dies alles ist bei Modellen aus dem Supermarkt oder ähnlichen Verkaufsstellen äußerst selten gegeben. Es macht keinen Spaß, wenn sich das Modell nicht fliegen lässt oder aus der englisch- oder gar chinesisch-sprachigen Anleitung Hieroglyphen entziffern werden müssen. Ein preiswertes Modell wird schnell teuer, wenn es mangels Ersatzteil nicht repariert werden kann. Die Geltendmachung von Garantieansprüchen ist ebenfalls schwierig. Damit geht oft die Motivation, das Hobby weiter zu betreiben, zu schnell verloren.

 

Die Fernsteueranlage

Beim Erwerb eines flugfertigen Modells als Komplett-Set besteht keine Wahlmöglichkeit. Hier gehört eine einfache Fernsteueranlage zum Lieferumfang. Diese sendet in der Regel im 2,4-GHz-Band. In seltenen Fällen bekommt man auch noch solche Anlagen im 27- oder im 35-MHz-Band. Alle drei aufgezählten Bänder sind zulässig, also okay.

Bei vielen Sendern aus Komplett-Sets muss man davon ausgehen, dass sie nicht für andere Modelle einsetzbar oder ausbaufähig sind. Es gibt hier wenige rühmliche Ausnahmen. Ihr Fachhändler berät Sie in diesem Punkt gerne.

Handelt es sich nicht um ein Komplett-Set, muss die Fernsteueranlage, bestehend aus Sender und Empfänger, getrennt erworben werden. Die Preisspanne reicht vom einfachen Typ für ca. 200,- € bis zum Luxusmodell für fast 3.000,- €. Wer zu Beginn nicht viel Geld ausgeben möchte, ist mit einer Anlage um 200,- bis 300,- € gut bedient.

Ein solcher Sender sollte dann mindestens fünf Steuerkanäle haben. Dann kann er auch für die nächsten Modelle genutzt werden. In der Preisspanne von etwa 400,- bis 600,- € gibt es Fernsteueranlagen mit bis zu 14 Steuerfunktionen, die als Kanäle bezeichnet werden. Diese Computeranlagen sind softwareseitig so ausgelegt, dass auch später fast keine Wünsche offen bleiben.

Wichtig ist beim Erwerb einer Fernsteueranlage, dass diese im aktuellen 2,4-GHz-Band sendet.

Modernen Anlagen im 2,4-GHz-Band bieten unbestreitbare Vorteile: Beim gleichzeitigen Betreiben mehrerer Sender am gleichen Platz sind keine gegenseitigen Störungen möglich, da sich die Sender selbstständig freie Übertragungsbereiche im Band suchen. Auch sind Störungen, die von Motoren, Reglern, Zündungen und ähnlichem ausgehen können, nahezu ausgeschlossen. Softwarelösungen geben den Empfängern eine gewisse „Intelligenz“, die sie befähigt, „gute“ von „schlechten“ Signalen zu unterscheiden.

Bei Fernsteueranlagen von Markenanbietern können Sie sicher sein, auch über Jahre hinaus passende Ersatzteile, Empfänger und weiteres Zubehör zu bekommen.

Zurück zur Übersicht