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Freitag, 23.10.2026 3. Nördlinger Jugend-Fliegercamp

Mitte Juni stand die dritte Auflage des Nördlinger Jugend-Fliegercamps auf dem Terminkalender und die FMG Nördlingen war gut vorbereitet für ein intensives Fliegerwochenende im Ries. Fast 30 Teilnehmer hatten sich angesagt und die Wetterbedingungen waren bis zur Anreise am Freitag sehr durchwachsen.

 

Ursprünglich war das Treffen gedacht, damit die Early-Bird-Vereine aus der FMT-Jugendförderung Gelegenheit bekommen, sich kennenzulernen und gemeinsam zu fliegen. Die ersten beiden Male hat das leider so nicht geklappt und das Camp entwickelte sich ungewollt, aber sehr erfreulich, zu einem Auffang-Pool für Jungpiloten, die in ihren Vereinen in personam die Jugendgruppe bilden.

„Geht das ursprüngliche Konzept nicht?“, haben wir uns gefragt. „Es geht!“, durften wir dieses Mal feststellen und konnten tolle Jungs aus Aspach, Ertingen und Röttingen begrüßen, die jeweils mit einem Jugendleiter am Start waren. Dazu kamen Wiederholungstäter und auch Neulinge aus mehreren Vereinen Süddeutschlands. Es war großartig, euch alle kennenzulernen und besonders freut es uns, dass ihr bereits eigene Netzwerke geknüpft habt und auch weiter in regem Austausch seid.

fliegen

Einsteiger und engagierte 3D-Piloten belebten ein Wochenende lang den Himmel über dem Nördlinger Ries.

 

Geht nicht, ...

... dass wir bei diesem Sturm ein Jugendlager abhalten. Während der Anreise der Gruppen hat der Regen glücklicherweise aufgehört, der Wind mit ca. 35 km/h blieb aber über das ganze Wochenende unser Begleiter. Während wir Alten uns eventuell am Flugplatz getroffen hätten, um ein wenig zu plaudern oder gegebenenfalls einen Zaun zu richten, haben die jungen Wilden unbeeindruckt ihr Fluggerät vorbereitet und haben perfekte Sturmflüge absolviert. Mit den ersten Sonnenstrahlen ging es morgens los, bis am späten Abend die LED-Lichter an den Fliegern ausgingen und langsam Ruhe einkehrte. Nur der Wind sang weiter sein lautes Lied. Höhepunkt an Sturmerfahrung war dann aber der Ausflug an den Ipf. Für manche waren es die ersten Erfahrungen im Hangflug und trotzdem (oder gerade deshalb?) hat es sich keiner nehmen lassen, seinen Flieger – ob Lidl, Easystar oder Hangkantenfräse – in die Luft zu bringen. Manche Modelle brauchten mehrere Starts, um von der Hangkante weg in die ruhigere Zone zu kommen und konnten dort herrliche Flüge absolvieren, bis die anstehende Landung den Puls nochmals hochschnellen ließ.

flug award

Benedikt Ley vom MSC Röttingen hatte Spaß am Wettbewerb und war mit seiner Platzierung sichtlich zufrieden.

 

Geht nicht, ...

... einen Flugbetrieb mit 30 Jugendlichen abzuhalten, deren Flugkünste vom absoluten Anfänger bis zum Nachwuchs-Showpilot reichten. Diese Gedanken machten wir uns im Vorfeld und hatten durchaus die Befürchtung, dass sich hier zwei Lager bilden könnten. Als dann am Freitag einzelne Teilnehmer sich einen Hänger voll mit prächtigem Fluggerät von den Eltern nach Nördlingen ziehen ließen, während andere etwas schüchtern ihren EasyGlider aus dem Kofferraum holten, war diese Sorge eher verstärkt. Die Tage im Ries haben aber gezeigt, dass wir alle am gleichen Strang ziehen und ich kann nur meine Freude und Hochachtung aussprechen, wie reibungslos und kollegial das alles bei uns am Platz funktioniert hat.

Wenn nicht alle mitmachen, gibt’s kein Fliegercamp – das gilt auch für die Mahlzeiten.

Wenn nicht alle mitmachen, gibt’s kein Fliegercamp – das gilt auch für die Mahlzeiten.

auch in der werkstatt

 

Geht nicht, ...

... klang es vereinsintern an, als die Anmeldezahlen sich auf die 30 Teilnehmer zubewegten. Dazu kamen noch fünf Jungs der FMG, die nur zeitweilig dabei sein konnten. Die Befürchtung war, dass die Infrastruktur des Platzes nicht für die Vollversorgung der Mannschaft ausreicht. Entwarnung – es hat funktioniert und alle sind satt geworden. Einzig die Akkus für die Stromversorgung kamen an ihre Grenzen. Auch die Frage der Beförderung von Mensch und Gerät zum Hang und am Rückweg zur Besichtigung unserer Jugendwerkstatt K2 stellte sich. Hier möchte ich Werner Schwarzer herzlich danken, der kurzerhand einen 20-Sitzer aus dem Fuhrpark seines Unternehmens für das Wochenende reserviert und einen guten Teil der Meute gepflegt zum Ipf chauffiert hat. Werner ist mit seinen Kindern wieder in die Fliegerei eingestiegen und packt immer dort zu, wo es gerade nötig ist. Danke!

busverkehr

Eine ‚Sonderlinie‘ im Personennahverkehr zum Ipf machte ein tolles Hangflugerlebnis möglich.

 

Geht nicht, ...

... dass Ihr mit den Jugendlichen auch noch einen Wettbewerb austragen wollt. Wie soll das allen Spaß machen, wenn die Bedingungen im fliegerischen Können so unterschiedlich sind? Das geht, wenn man es recht einfach hält. Jeder Teilnehmer durfte vor dem Start ein Zettelchen ziehen, das ihm seine Flugzeit vorgab. Ab dem Start – gleichgültig ob aus der Hand oder vom Boden – musste er die Zeit ohne Uhr selbst abschätzen, um möglichst sekundengenau wieder aufzusetzen. Jede Sekunde drunter oder drüber gab Abzüge, ebenso wie jeder Zentimeter Abstand von der Mittellinie im begrenzten Landefeld. In zwei Durchgängen bei bockigem Wind konnten wir eine Wertung herausfliegen, die herrlich gemischt war. Die ganz Kleinen hatten den jungen Profis und uns mitfliegenden Betreuern wieder mal den Rang abgelaufen – durch fliegerisches Können und Coolness! Am Samstagabend stand die Siegerehrung an und jeder Teilnehmer durfte Urkunde und einen gar nicht so kleinen Preis mit nach Hause nehmen. Die Preise waren nummeriert und wurden ausgelost. Ein Dank an dieser Stelle an die Unternehmen, die uns mit Spenden unterstützt haben.

hangkante

Sicherungsmaßnahmen hinter der Hangkante – der Drachen hätte sonst Fabian Döbele vom MFG Asbach einfach mitgenommen.

 

Geht doch!

Das 3. Nördlinger Jugend-Fliegercamp ist Geschichte und natürlich kam seitens der Teilnehmer die Frage, ob es eine Fortsetzung im Jahr 2027 geben wird. Das wissen wir heute noch nicht. Es hängt ja immer von vielen Faktoren ab... Der Verein muss zum einen mitmachen – immerhin ist der Platz ja für ein langes Wochenende von den Teilnehmern gekapert und Vereinskameraden kommen höchstens kurz vorbei und freuen sich über so viel Enthusiasmus. Die Nachfrage bestimmt aber das Angebot, und im Süden gibt es meines Wissens keine Veranstaltung dieser Art. Dabei kann ich andere Vereine nur dazu ermuntern, Vergleichbares anzubieten. Neben viel Arbeit macht das nämlich auch richtig Spaß!

Letztlich hängt es entscheidend davon ab, ob man eine Mannschaft motivieren kann, die sich bei einer Veranstaltung dieser Art einbringt. Ich möchte mich bei Lukas und Patrick herzlich bedanken, ohne die das Fliegercamp so nicht hätte stattfinden können. Gleiches gilt für Tobias und Klaus, die immer dabei sind, wenn es gilt etwas gemeinsam zu stemmen. Außerdem ein Dankeschön an der Himmlische Höllein, D-Power, Chaservo, Hacker, Robbe, MFSD und Powerbox für ihre Unterstützung!

 

Logo "Early Birds" des FMT-Jugendförderprogramms.

Beitrag von Jochen Zimmermann
Ausgabe: FMT10/2026

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