Zum Shop

Freitag, 20.02.2026 Auf Entdeckungstour

Beim MFSV Bietigheim-Sachsenheim e.V. dreht sich für unsere Jugendgruppe normalerweise alles um Modelle, den Verein und das Fliegen an sich. Doch wir Jugendleiter, Laurens und Johannes, möchten unseren Jugendlichen mehr bieten als nur das klassische Vereinsleben. Neben Bauabenden und Flugtagen organisieren wir nun regelmäßig Exkursionen in Unternehmen der Luft- und Raumfahrtbranche – als Ergänzung zum praktischen Modellflug.

 

Die Idee dahinter?

Unseren jungen Mitgliedern einen Einblick in echte technische Berufe zu geben und ihnen zu zeigen, wo ihr Hobby sie einmal hinführen könnte. Ob handwerklich, technisch oder wissenschaftlich interessiert – die Welt der Fliegerei bietet viele Wege. Johannes studiert selbst Luft- und Raumfahrttechnik an der Universität Stuttgart und möchte sein Hobby zum Beruf machen. Durch seine Kontakte in die Branche entstand die Idee, mit der Jugendgruppe hinter die Kulissen moderner Luftfahrttechnologien zu schauen. Unsere Jugendlichen, zwischen zehn und achtzehn Jahren alt, sind neugierig und voller Tatendrang. So führte uns unsere erste Exkursion Ende Mai 2025 zum jungen Startup roboloon nach Stuttgart-Vaihingen – ein Unternehmen, das sich mit der Entwicklung autonomer Luftschiffe beschäftigt. Der Wunsch, als erstes ausgerechnet ein Luftschiffunternehmen zu besuchen kam von unserem jugendlichen Mitglied Lukas, der schon seit längerer Zeit den Bau eines ferngesteuerten Zeppelins im Kopf hat.

Dr. Daniel Wibbing nahm sich die Zeit, uns die innovative Technologie des „Looncraft“ näher zu erklären.

Dr. Daniel Wibbing nahm sich die Zeit, uns die innovative Technologie des „Looncraft“ näher zu erklären.

 

Innovative Leichtigkeit

Das Startup roboloon, ansässig auf dem Campus der Universität Stuttgart, arbeitet an einem faszinierenden Konzept: autonome Luftschiffe, die über längere Zeiträume hinweg selbstständig fliegen und beispielsweise Infrastruktur wie Strommasten oder Bahnstrecken inspizieren können. Die Grundidee verbindet altbewährte Prinzipien der Luftschifffahrt mit moderner Technologie. Der Auftrieb wird – wie bei klassischen Luftschiffen – durch Helium erzeugt, doch die Steuerung und Navigation übernimmt ein intelligentes System aus Sensoren, Kameras und einem eigens entwickelten Flight Controller. Mehrere kleine Impeller, verstellbare Ruder und ein Druckpropeller am Heck ermöglichen präzise Bewegungen in alle Richtungen. Das Ergebnis: Ein Fluggerät, das sich nahezu lautlos und energieeffizient fortbewegen kann – ein entscheidender Vorteil gegenüber herkömmlichen Drohnen.

Neben dem Druckpropeller, der hinten das Luftschiff antreibt, gibt es acht kleine Impeller, die genaue Bewegungen ermöglichen.

Neben dem Druckpropeller, der hinten das Luftschiff antreibt, gibt es acht kleine Impeller, die genaue Bewegungen ermöglichen.

 

Technik zum Anfassen

Von Bietigheim ging es mit der Bahn nach Stuttgart-Vaihingen. Auf dem Campus empfing uns Dr. Daniel Wibbing, Mitgründer und Geschäftsführer von roboloon, in der kleinen Werkhalle des Startups. Dort durften wir das aktuelle Luftschiff – auch „Looncraft“ genannt – aus nächster Nähe betrachten. Dr. Wibbing erklärte ausführlich und gut verständlich den Aufbau, die Steuerung und die geplanten Einsatzbereiche. Die Jugendlichen stellten viele Fragen: Wie lange hält eine Heliumfüllung? Wie kommuniziert das Luftschiff mit der Bodenstation? Und wie entwickelt man eine Software, die es wirklich autonom fliegen lässt?

Schnell wurde deutlich, dass der technische Aufwand enorm ist, aber auch, wie spannend diese Schnittstelle aus Mechanik, Elektronik und Informatik sein kann. Für unsere Jugendlichen war gut zu sehen, wie viele Parallelen zwischen Modellbau und professioneller Luftfahrttechnik bestehen. Die gleichen Prinzipien, nur in anderen Dimensionen – und ergänzt durch moderne Software, Sensorik und Systemdenken.

Besonders gefreut hat uns, dass Dr. Wibbing selbst aus dem Modellbau stammt. Er erzählte von seinen Anfängen mit sogenannten Blimpracern – kleinen Rennluftschiffen, die bei der Faszination Modellbau in Friedrichshafen um die Wette fliegen. Das begeisterte unsere Jugendlichen so sehr, dass in der Halle schon erste Ideen für eigene Blimp-Konstruktionen entstanden. Zum Abschluss sicherte uns Dr. Wibbing seine weitere Unterstützung bei unseren Projekten zu und gemeinsam schmiedeten wir Pläne für einen roboloon-Flugversuch auf unserem Modellflugplatz, bei dem wir das Luftschiff dann in Aktion erleben wollen.

Wir bedanken uns bei roboloon für die gute Betreuung!!

Wir bedanken uns bei roboloon für die gute Betreuung!

 

Üben für den Wettkampf

Die Exkursion zu roboloon war für unsere Jugendgruppe ein außergewöhnliches Erlebnis. Wir wurden herzlich empfangen, erhielten spannende Einblicke in ein innovatives Forschungsfeld und konnten viele Fragen direkt an einen echten Experten stellen. Für unsere Jugendlichen war es faszinierend zu sehen, wie eng Modellbau, Ingenieurwesen und moderne Luftfahrt miteinander verbunden sind. Manche gingen mit neuen Ideen für ihre Modelle nach Hause, andere mit einer klareren Vorstellung, wohin ihr beruflicher Weg einmal führen könnte.

Als Jugendleiter bestätigt uns diese Erfahrung in unserem Ziel: den Jugendlichen nicht nur das Fliegen, sondern auch die Faszination und die beruflichen Chancen der Luftfahrtbranche näherzubringen. Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Daniel Wibbing und dem Team von roboloon für den freundlichen Empfang und die spannenden Einblicke und freuen uns schon jetzt auf die nächste Exkursion.

 

Logo "Early Birds" des FMT-Jugendförderprogramms.

Beitrag von Laurens Reinold und Johannes Kreisel
Ausgabe: FMT02/2026

Zurück zur Übersicht