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Freitag, 20.03.2026 Drone-Soccer-Weltmeisterschaften in Shanghai

Es begann mit einer Spielzeugidee, und schon war der Drohnenball geboren. Etwa 15 Jahre später ist es so weit – die ersten Drone-Soccer-Weltmeisterschaften der FAI in der Klasse F9A fanden in Shanghai in zwei Subclasses statt. Drone-Soccer, bei uns noch immer eine relativ unbekannte Sportart, füllt in Asien bereits Stadien. Deshalb ist es auch kein Wunder, dass die erste Weltmeisterschaft nach China vergeben wurde.

 

Aber was ist das?

Kurzgesagt, ist Drone-Soccer Fußball in der Luft. Die Bälle werden durch Funk gesteuert und je nach ihrem Durchmesser in zwei Klassen unterschieden: die Subclass A mit 40 cm Durchmesser und die Subclass B mit 20 cm Durchmesser. Gespielt wird in einer so genannten Arena, die einen quaderförmigen Spielbereich abgrenzt. Im Unterschied zum normalen Fußball steuert jeder Pilot einen Ball, so dass sich je nach Klasse bis zu zehn Bälle gleichzeitig in der Luft befinden. Fast wie Quidditch aus „Harry Potter“ in moderner Form.

Um es gleich vorwegzunehmen – die erste Weltmeisterschaft in Shanghai war ein großer Erfolg. Mehr als 200 Pilotinnen und Piloten in 28 Teams der Subclass B und 18 Teams der Subclass A traten somit zum größten Turnier an, dass in dieser Sportart jemals geflogen wurde. Das chinesische Organisationsteam hatte alle Register gezogen und so fehlte es den Teams an nichts.

Modellkontrolle: Wir sind als erstes Team dran und somit Testpilot für die Jury.

Modellkontrolle: Wir sind als erstes Team dran und somit Testpilot für die Jury.

 

Die deutschen Teilnehmer

Aus Deutschland hatten sich zwei Teams mit je drei Spielern in der Subclass B und ein Team mit sechs Spielern in der Subclass A qualifiziert – Annika, Melissa, Nathalie, Lotte, Adriana und Simon. Angelika fungierte als Teammanager, Matthias und Valentino kümmerten sich um die Technik und die gute Laune im Team. Für das Turnier wurden vor Ort nämlich 24 Drohnenbälle benötigt und so musste erst mal ein Transportproblem gelöst werden. Die Lösung? Demontage vor dem Abflug und Montage vor dem ersten Spiel.

Geflogen wurde wie beim „richtigen“ Fußball – je vier Qualifikationsgruppen und anschließende Ausscheidungsrunden. In der Subclass A war das Losglück nicht bei dem deutschen Team, denn es wurde in eine rein asiatische Gruppe gelost. Dass am Ende ein respektabler dritter Gruppenplatz stand und dabei Japan und Hongkong geschlagen werden konnte, war für das deutsche Team ein unglaublicher Erfolg. Besser lief es in der Subclass B. Hier erreichten beide Teams in der Vorrunden-Gruppe einen ersten und zweiten Platz. Die erste Mannschaft konnte sich dann in der Ausscheidungsrunde durchsetzen und belegte abschließend einen fünften Platz – und waren damit das beste europäische Team bei dieser Weltmeisterschaft. Annika, Melissa und Nathalie bildeten zudem eine reine Frauenmannschaft und waren damit der Eyecatcher auf dieser Weltmeisterschaft. Aber auch unsere zweite Mannschaft mit Simon, Lotte und Adriana verkaufte sich teuer, musste aber gegen den späteren Weltmeister China passen.

Erstes deutsche Team: Melissa, Nathalie und Annika (v.l.n.r.).

Erstes deutsche Team: Melissa, Nathalie und Annika (v.l.n.r.).

 

Eine wachsende Sportart

Drone-Soccer in Deutschland kann also mit den internationalen Teams auf Augenhöhe mithalten und hat in Shanghai ein Achtungszeichen gesetzt. Die Arbeit am Schubart Gymnasium in Aalen als derzeitiges Zentrum im Drone-Soccer hat sich gelohnt und der MFSD als Verband ist auf dem richtigen Weg – das ist das eindeutige Ergebnis der Teilnahme an dieser Weltmeisterschaft.

Denn selbst wenn China und Korea sportlich in einer anderen Liga spielen, mit unseren fünf Mädchen und einem Jungen war das MFSD-Team eindeutig das Ziel der anwesenden Kameras. In einer fast ausschließlich männlich dominierten Sportart mit Mädchen in die Weltspitze zu fliegen, das zog viele Reporter magisch an.

Das zweite deutsche Team: Adriana, Lotte und Simon (v.l.n.r.).

Das zweite deutsche Team: Adriana, Lotte und Simon (v.l.n.r.).

 

Technischer Fortschritt

Dass diese Weltmeisterschaft eine weltweite Entwicklung ausgelöst hat, ist unstrittig. Wurden bisher von einigen Firmen „auch“ Bälle gebaut, so werden sie jetzt zielgerichtet entwickelt. In der ersten Etage war eine Herstellermesse eingerichtet und es war ganz klar zu erkennen, dass renommierte Firmen wie LDARC, HGLRC, Radiomaster, Helsel, Gemfan, Stradale unter anderem den Handschuh in den Ring geworfen haben. Neue Materialien in den Ballhüllen lassen Stöße mit mehr als 150 km/h schadlos zu und Ballausfälle während des Spiels gehören mehr und mehr der Vergangenheit an.

Unser Team ist in der Subclass B sehr erfolgreich mit den Bällen der Firma LDARC geflogen. Sie sind zurzeit das Beste, was man für Geld kaufen kann – die Betonung liegt auf „zurzeit“. In der Subclass A ist die Materialauswahl schon interessanter. Die Ballmassen liegen bei 1.000 g – da werden beim Zusammenstoß große Energien frei, leider auch in Form von Verformungsenergie. Es können deshalb unterschiedliche Entwicklungsrichtungen beobachtet werden, von sehr starren bis hin zu sehr elastischen Ballhüllen. Entscheidend sind nach wie vor auch die Akkus. Hohe C-Raten sowohl beim Ent- aber auch beim Beladen sind absolute Notwendigkeit! Mit unseren Tattu-LiPos von Genspow hatten wir eine sehr gute Basis.

Ein Blick auf die kleineren Bälle der Subclass B, kurz vor dem Start.

Ein Blick auf die kleineren Bälle der Subclass B, kurz vor dem Start.

 

Fazit

Wie zu erwarten, belegten die chinesischen Teams in beiden Klassen den ersten und zweiten Platz, gefolgt jeweils von Korea. In den asiatischen Staaten ist diese Sportart angekommen und wird als Leistungssport betrieben – mit einem entsprechenden Aufwand und materielle Möglichkeiten.

Wenn man über die WM in Shanghai berichtet, dann darf man das Abschlussbankett nicht vergessen, dass auf einem Schiff auf dem Fluss Huangpu Jiang stattfand. Er teilt die Stadt in zwei Teile: das traditionelle Puxi und das moderne Pudong. Eine Drohnenshow mit mehr als 1.000 Drohnen über dem nächtlichen Shanghai hat einen unvergesslichen Eindruck hinterlassen.

Einen großen Dank an alle, die uns bei der Weltmeisterschaftsteilnahme unterstützt haben. Im März 2026 wartet auf das German-Drone-Soccer Team der nächste Höhepunkt, wenn wir in der Pfeifle-Halle in Aalen internationale Mannschaften begrüßen können. Dann findet vom 13.-15.3.2026 der dritte German Drone-Soccer Cup statt.

 

Eine nächtliche Drohnenshow – mit mehr als 1.000 Drohnen – versetzte uns in Staunen.

Eine nächtliche Drohnenshow – mit mehr als 1.000 Drohnen – versetzte uns in Staunen.

 

Logo "Early Birds" des FMT-Jugendförderprogramms.

Beitrag von Angelika Möbius
Ausgabe: FMT03/2026

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