Freitag, 18.09.2026 Mit Videos Interesse am Modellflug wecken
Vermutlich geht es vielen Modellflugvereinen so: Man leidet unter Nachwuchsmangel. Sicher kann man den Hund nicht zum Jagen tragen, aber wenn man die Aufmerksamkeit auf sich zieht, kann man unter Umständen das Interesse wecken. So entstand die Idee ein Video zu drehen, in dem das Hobby Modellflug und mein Verein – die Modellfluggruppe Geisenhausen – vorgestellt und vor allem Jugendlichen schmackhaft gemacht wird. Nachahmung erwünscht!
Meine Methode
Klar war: Das Video soll Begeisterung und gleichzeitig nützliche Informationen vermitteln. Nach dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" wurden erst die Informationen vermittelt, die umschreiben, was zu dem Hobby gehört und wie der Verein funktioniert. Damit hierbei keine Langeweile aufkommt und die Informationen nicht trocken heruntergeleiert werden, lief der Text weiter und Flugszenen von Modellen (möglichst passend zur Erzählung) wurden der Tonspur überlagert. So soll vermieden werden, dass der Zuschauer der genannten Zielgruppe nicht auf ein anderes Video springt und das Interesse verliert. Der zweite Teil des Videos befasst sich mit den unterschiedlichen Modellen, die bei uns geflogen werden. Ein paar mit, ein paar ohne gesprochene Erklärung.
Zum Thema Videoschnitt
Zum Erstellen des Videos habe ich die kostenlose Software "Shotcut" genutzt. Für diese finden sich auch gut nachvollziehbare Tutorials im Internet. Falls man keine Erfahrung mit dem Erstellen von Videos hat, ist das äußerst hilfreich.
Um ein kurzweiliges Video zu erstellen, ist es ratsam nur kurze Szenen einzufügen. Am besten einfach den Zusammenschnitt anschauen, und sobald das Gefühl von Langeweile aufkommt, die Szene schneiden. Das mag gegebenenfalls auch etwas Überwindung kosten, da man letzten Endes nur ein Bruchteil der Videoszenen verwendet, die man aufgenommen hat. Aber weniger ist dem Fall mehr. Viele Videoschnittprogramme bieten mehr oder weniger aufwendig animierte Szenenübergänge an. Ich rate davon ab davon Gebrauch zu machen. Besser sind harte Schnitte, hin und wieder ein weicher Szenenübergang, wenn es passt, alles Andere wirkt nervig. Das sieht man auch in keiner TV-Produktion.

Ein Blick in das kostenlose Schnittprogramm „Shotcut“. Was kompliziert aussieht, ist dank vielen auffindbaren Tutorials schnell verstanden.
Jugendliche erreichen
Es reicht sicher nicht aus, wenn man ein Video einfach auf einer Videoplattform hochlädt, schließlich geht es darum potenzielle Kandidaten zu erreichen, die bisher nicht auf die Idee kamen, sich mit dem Hobby zu befassen. So entstand ein Flyer, der auf die Webseite des Vereins und auf das Video hinweist. Dazu ein paar Worte, die aufzeigen, was unser tolles Hobby seinen Betreibern für Vorteile bringt. Der Flyer wird als PDF den Vereinsmitgliedern zugeschickt, diese können ihn dann im Einzugsbereich des Vereins verbreiten.
Tipp aus der Redaktion
Wenn ihr ebenso euren Verein mit einem eigenen Video bewerben wollt, muss das nicht aufwändig sein. Sogenannte „Reels“ – Videos im Hochformat – sind unter Jugendlichen sehr beliebt, und lassen sich unkompliziert erstellen. Eine gute Handykamera reicht dafür auch völlig aus. Apps wie CapCut ermöglichen den Videoschnitt ebenfalls direkt auf dem Handy. Fragt am besten eure Kinder oder Enkel – oft kennen sie sich in solchen Themen gut aus!
Ein Reel sollte nicht länger als 30 bis 60 Sekunden sein, und nur die wichtigsten Informationen vermitteln. Was ist der Modellflug? Wem könnte das Hobby gefallen? Wann und wo kann man zum Schnuppern vorbeikommen? Wie es der MFGG auch gemacht hat, bietet es sich an, die Sprache mit actionreichen Flugszenen zu unterlegen, mit Schnittwechsel alle paar Sekunden. Etwas Hintergrundmusik kann sich auch lohnen, solange es die sprechende Person nicht übertönt.
Das fertige Reel kann dann als „Short“ bei YouTube, Instagram und TikTok hochgeladen werden. Das ist eine gute Ergänzung zur Verbreitung eines Flyer oder durch hören-sagen, um Jugendliche in der Region zu erreichen.

So sieht der Videoschnitt in CapCut aus – ein Reel lässt sich so vollständig auf dem Handy erstellen.

Beitrag von Thomas Brückelt
Ausgabe: FMT09/2026